Parlament muss IPO zustimmen
Gutachten: Börsengang ist kein Vorteil für die Bahn

Der Entwurf eines Regierungsgutachtens zeigt keinen Vorteil für den von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn geforderten Börsengang des Konzerns mit dem Schienennetz. Derzeit sei das Modell einer rechtlichen Abtrennung des Netzes bei gleichzeitig enger Kooperation mit der Bahn sogar die günstigste Lösung für den Bundeshaushalt, wie aus Teilen der Studie hervorgeht, die Reuters am Montag vorlag.

HB BERLIN. Das Gutachten untersucht die finanziellen Folgen des Börsengangs für den Staat in vier unterschiedlichen Formen. Knapp hinter der besten Variante folgt demnach das Szenario einer stärkeren Loslösung des Netzes sowie der von Mehdorn gewünschte Börsengang des kompletten Unternehmens. Die strikte Trennung von Netz und Bahnbetrieb wäre den Gutachtern zufolge die schlechteste Lösung.

Union und FDP erklärten, die Ergebnisse bestätigten die Vorbehalte gegen einen Börsengang des Gesamtunternehmens.

Die Studie wird von Booz Allen Hamilton als Konsortialführer und unter anderen von der US-Investmentbank Morgan Stanley erarbeitet.

Im Umfeld der Gutachter hieß es, der aktuelle Stand des Gutachtens sei zwischen Booz Allen Hamilton und Morgan Stanley heiß umstritten: Die US-Bank wolle die derzeitige Berechnung nicht akzeptieren. Vor wenigen Wochen lag noch das Szenario einer Privatisierung des Gesamtkonzerns knapp vorne.Der Streit sei ein Grund, warum die Studie dieses Jahr nicht mehr freigegeben werde, hieß es.Sowohl Booz Allen als auch Morgan Stanley lehnten unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht einen Kommentar ab.

Im Koalitionsvertrag haben SPD und Union festgeschrieben, dass die Bahn an die Börse gebracht werden soll. Über die Form soll aber erst nach Auswertung des Gutachtens entschieden werden. Von einer Trennung des Netzes von der Bahn erwarten sich Verkehrspolitiker vor allem von Union und FDP mehr Wettbewerb auf der Schiene.

Nicht in Frage gestellt werden in der Studie die Einmalerlöse bei einem Börsengang: Je nach untersuchtem Privatisierungsmodell liegen die Einnahmen für den Bundeshaushalt zwischen vier und 14 Milliarden Euro (Modell einer weitgehenden Trennung). Bei einem Börsengang mit dem Netz wird eine Bandbreite zwischen fünf und knapp neun Milliarden Euro genannt. Dies gilt für eine Privatisierung von 49 Prozent, da das Grundgesetz einen Verkauf der Mehrheit am Netz verbietet.

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