Personalmangel bei Deutscher Bahn
Netzagentur droht im Fall Bebra mit Zwangsgeld

Die Deutsche Bahn hat nicht nur am Mainzer Bahnhof mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Nun deckt die Bundesnetzagentur auch Probleme am Bahnhof im nordhessischen Bebra auf. Auch hier gibt es Personalengpässe.
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BerlinNach Mainz nun Bebra: Die Bundesnetzagentur nimmt systematisch die Schwachstellen im Netz der Deutschen Bahn aufs Korn und verschickt Bescheide mit Zwangsgeldandrohungen an die Bahn-Tochter DB Netz AG. Am Montag traf es das nordhessische Bebra. In dem jüngsten Bescheid, der dem Handelsblatt (Dienstagausgabe, hier als ePaper) vorliegt, wird die Bahn-Tochter „zur Beseitigung der Betriebsbeeinträchtigungen im Bahnhof Bebra“ verpflichtet. Falls das Unternehmen die Auflagen der Netzagentur nicht erfüllt, wird der DB Netz AG ein Zwangsgeld von 100.000 Euro angedroht. Einen ähnlichen Bescheid hatte die Netzagentur der DB Netz AG in der vergangenen Woche wegen der Probleme im Stellwerk Mainz geschickt.

„Die Bundesnetzagentur hat frühzeitig darauf hingewiesen, dass die Stellwerksprobleme in Mainz nur die weithin sichtbare Spitze eines Eisbergs sind“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, dem Handelsblatt. Der Bahnverkehrsknotenpunkt Bebra sei nun der zweite Fall, bei dem es zu massiven Behinderungen des Zugverkehrs komme, weil die Netztochter der Deutschen Bahn eine ausreichende Personalvorsorge versäumt habe, kritisierte Homann.

Auslöser für den Bescheid waren nach Angaben der Behörde Beschwerden von Eisenbahnverkehrsunternehmen über die Verwehrung oder Beeinträchtigung der Nutzung bereits verbindlich zugewiesener Zugtrassen in Bebra. Nach Angaben der Behörde hatte die DB Netz AG zwar im April zugesagt, die Personalengpässe im Stellwerk von Bebra zu beseitigen. Das Unternehmen habe jedoch „keine langfristige und nachhaltige Behebung des Personalproblems“ nachweisen können.

Netzagentur-Präsident Homann kritisiert im Zusammenhang mit den Problemen in den Stellwerken das Scheitern des Eisenbahnregulierungsgesetzes. Es hätte eine verschärfte Regulierung des Netzbetriebs der Bahn ermöglicht und dem den Anreiz gegeben, die Mittel für die Netze effizienter zu verwenden, sagte Homann. Das Eisenbahnregulierungsgesetz war in diesem Frühjahr am Widerstand der Länder gescheitert.

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  • Wenn das "mein" Unternehmen wäre, würde ich die Arbeit des (Personal-)Vorstandes extrem kritisch hinterfragen. Die Bewertung MASSIVES FÜHRUNGSPROBLEM kann ich nur teilen - das Schlimme ist, dass die Bahn diesen Eindruck schon seit langem vermittelt - ohne dass erkennbar geworden ist, dass die Bahn aus dem Keller rauskommt. Übrigens: ich bin überzeugt von der Notwendigkeit einer leistungsfähigen Bahn und habe auch eine Bahncard, aber mit der Kundenzufriedenheit ist es "nicht gerade gut" ...

  • Wer ist Hauptaktionär der DB ?
    Und wer bekommt das Bußgeld ?

  • wohin ist est es mit der marktwirtschaft gekommen?
    die netzagentur kann besser das personal planen als das operative unternehmen. und die sanktion ist auch schon da: bußgelder wegen zu wenig personal. das wäre doch mal eine arbeitsmarktreform: die netzagentur gibt allen unternehmen die personalzahl vor und die arbeitslosenversicherung einschließlich harzIV werden überflüssig und abgeschafft.

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