Photokina in Köln
Smarte Knipserei

Das Geschäft mit der klassischen Fotografie wandelt sich von Grund auf. Die Hersteller stehen vor großen Herausforderungen. Auch die Veranstalter der Messe Photokina in Köln setzen auf ein neues Konzept.

KölnVon analog zu digital und von digital zu smart. Der Markt für Fotos befindet sich seit Jahren in einem Anpassungsprozess. Das merken nicht nur die Hersteller, auch die Köln Messe als Veranstalter der Photokina muss sich anpassen.

Die Weltleitmesse für Foto und Video startet am Dienstag in Köln unter dem Motto: „Imaging Unlimited“. Die Veranstalter wollen den Fach- und Privatbesuchern auf der Photokina neue Technologien vorstellen. Insgesamt werden rund 1000 Aussteller aus 40 Ländern ihre Produkte präsentieren. An den sechs Messetagen vom 20. bis zum 25. September werden rund 180.000 Gäste erwartet.

„Auch wir sehen natürlich die Auswirkungen der kontinuierlichen Umsatzrückgänge der Branche“, erklärt Katharina Hamma, Geschäftsführerin der Köln Messe. Trotzdem seien die Veranstalter stolz darauf, in diesem Jahr wieder fast so viele Aussteller dabei zu haben, wie bei der Photokina vor zwei Jahren.

Nach vielen Jahren Abwesenheit ist in diesem Jahr auch das US-amerikanische Softwareunternehmen Adobe wieder dabei. Und zur Freude der Kölner ist auch Sony erneut mit an Bord. Einen schmerzlichen Verlust muss die Photokina dennoch hinnehmen: Neben einigen Herstellern aus dem Kamerazubehörbereich, die ihr Geschäft aufgrund der schlechten Marktlage aufgeben ganz mussten, hat sich auch Samsung zurückgezogen. Die Messe verliert damit ausgerechnet einen der größten Hersteller im Bereich der smarten Fotografie; für Schnappschüsse wird immer häufiger das Smartphone genutzt. Die Veranstaltung will daher von diesem Jahr an verstärkt auch Jugendliche ansprechen.

Smarte Fotografie wird eines der Kernthemen der Messe werden – die digitale Transformation hat den Markt für Fotos und Videos nämlich schon längst erreicht. Die Branche muss umdenken. „Die Messe präsentiert sich in diesem Jahr mit einer noch breiteren Ausrichtung hinsichtlich der Besucheransprache“, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Fotoindustrie-Verbands, Rainer Führes.

Das ist auch nötig. Beispiel Digitalkameras: Das Marktforschungsinstitut GfK prognostiziert eine stark sinkende Nachfrage. So soll der Gesamtumsatz 2016 in Deutschland nur noch ungefähr 1,1 Milliarden Euro betragen. Zum Vergleich: 2012 wurden noch knapp 1,9 Milliarden Euro umgesetzt. Der Umsatz ist also um 42 Prozent geschrumpft. Bei Kompaktkameras beträgt der Rückgang in der Berichtszeit sogar mehr als zwei Drittel.

Die Messe versucht deshalb neue Akzente zu setzen. Die Veranstalter spielen mit neuen Technologien, wollen Start-Ups eine Plattform bieten, um Kunden und Investoren zu finden, und versuchen die Besucher zum Mitmachen zu animieren. Insbesondere die Verschmelzung etablierter Technologien mit dem Neuartigen soll von besonderer Bedeutung sein. „Wir sehen Smartphones nicht als Konkurrenzprodukt“, stellt Rainer Führes klar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%