Piloten gegen Lufthansa
Fluggesellschaft rechnet mit Schlichtung im Tarifstreit

Die Pilotenvereinigung Cockpit prüft ein neues Tarifangebot der Lufthansa. Bei der Fluggesellschaft wächst damit die Hoffnung auf eine Schlichtung – doch auch mit dem neuen Angebot blieben ungelöste Probleme.
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FrankfurtDie Lufthansa rechnet mit einer baldigen Schlichtung im Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Die Fragen der Gewerkschaft zum jüngsten Angebot des Konzerns seien beantwortet worden, teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit. Lufthansa gehe „davon aus, nun gemeinsam mit dem Tarifpartner den Schlichtungsprozess aufzunehmen“. Dies sei „der richtige Weg, um den Konflikt zu lösen“.

Cockpit hatte zuvor moniert, das Schreiben der Lufthansa zu dem Tarifangebot sei „sehr unscharf formuliert“. Dem Konzern seien Fragen übermittelt worden, die geklärt werden müssten, bevor die Gewerkschaft reagiere.

Neben der Gehaltserhöhung von 4,4 Prozent in zwei Stufen habe man eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern bei einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2018 angeboten, erklärte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag in Frankfurt. Man hoffe sehr, dass man über Verhandlungen den Einstieg in eine Schlichtung finde. Es gebe keine Verknüpfung mit anderen ungelösten Tarifthemen wie der Übergangsversorgung oder den Betriebsrenten.

Die VC hatte die Präzisierungen zur Höhe der Einmalzahlung und zur Laufzeit eingefordert. Nun müsse die Tarifkommission beraten, sagte am Freitag ein Sprecher, ohne einen exakten zeitlichen Rahmen für die Entscheidung des Gremiums zu nennen.

Die VC hat bei einer kürzeren Laufzeit bis Ende April 2017 Gehaltsverbesserungen von zusammen 22 Prozent verlangt. Der vorherige Tarifvertrag war bereits zum Mai 2012 ausgelaufen. Die Vereinigung Cockpit hatte nach gescheiterten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Billigtochter Germanwings in der vergangenen Woche wieder zu Streiks im Kerngeschäft der Airline aufgerufen.

An sechs Streiktagen bis einschließlich Mittwoch dieser Woche fielen knapp 4500 Flüge aus; mehr als eine halbe Million Passagiere mussten umplanen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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