Pleite-Airport
Insolvenzverwalter sieht Chance für Flughafen Lübeck

Am Tag nach dem Insolvenzantrag verschaffen sich Insolvenzverwalter und Notgeschäftsführer einen Überblick am Flughafen Lübeck. Der Betrieb geht erst einmal weiter – und die Suche nach Investoren läuft an.
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LübeckDer vorläufige Insolvenzverwalter für den Lübecker Flughafen hat am Donnerstag seine Arbeit aufgenommen. Zusammen mit dem Notgeschäftsführer Siegmar Weegen wollte sich der Hamburger Rechtsanwalt Klaus Pannen einen ersten Überblick über die Situation an dem Regional-Airport verschaffen. Am Nachmittag sollten die Beschäftigten informiert werden.

Der Betrieb am Flughafen geht unterdessen weiter. Um das Fortbestehen des Airports zu sichern, werde dieser im Rahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung „uneingeschränkt fortgeführt“, hieß es in einer Mitteilung. Sämtliche Restrukturierungsmaßnahmen würden umgehend eingeleitet.

„Ich gehe davon aus, dass es für Passagiere zu keinen Einschränkungen bei Abflügen bzw. Ankünften kommen wird“, sagte Insolvenzverwalter Pannen laut Mitteilung. Er werde kurzfristig Gespräche mit potenziellen Investoren aufnehmen. Wie schlimm die Lage am Flughafen ist, wollte Pannen noch nicht sagen: „Aber es sind erhebliche Verbindlichkeiten da“, sagte er dem Radiosender NDR1. Er halte den Flughafen jedoch durchaus für „überlebensfähig“.

Ein Betrieb durch die Stadt wie vor der Privatisierung Ende 2012 ist offenbar keine Option. „Ich sehe keine Möglichkeit, dass die Stadt den Flughafen wieder betreibt“, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) zu NDR1. Geschäftsführer Weegen betonte die Bedeutung des Flughafens für die Infrastruktur, die Lübecker Wirtschaft und den Tourismus in der Region.

Das Amtsgericht Lübeck hatte am Mittwoch das vorläufige Insolvenzverfahren für die Betreibergesellschaft Yasmina Flughafenmanagement GmbH eröffnet und Pannen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der bisherige Eigentümer Mohamad Rady Amar und der neue Inhaber und Geschäftsführer, der Berliner Geschäftsmann Adam Wagner, sind seit Tagen nicht erreichbar. Der Ägypter Rady Amar war vor einem Jahr als großer Retter des Airports gefeiert worden und hatte sich vor kurzem überraschend zurückgezogen.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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