Post und Verdi
Kontrahenten verhandeln wieder

Drei Wochen Streik liegen hinter den Kontrahenten – eine Einigung liegt noch immer in weiter ferne. Immerhin: Post und Verdi wollen sich jetzt wieder an einen Tisch setzen und ernsthaft nach einer Einigung suchen.
  • 0

DüsseldorfDie Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi wollen nach mehr als dreiwöchigen Streiks einen neuen Anlauf unternehmen, ihren erbitterten Tarifkonflikt zu beenden. Die am Freitag beginnenden Gespräche mit der Post sollten bis Samstag andauern, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Der angekündigte zweitägige Verhandlungsmarathon im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr ist ein klares Zeichen, dass beide Seiten versuchen wollen, ihren Konflikt beizulegen. Insider vermuten, dass nun ernsthaft eine Einigung gesucht werden soll. Verdi-Verhandlungsleiterin Andrea Kocsis rief den Bonner Konzern bereits zur Bereitschaft zum Kompromiss auf. „Das ist unsere Erwartung an den Postvorstand“, unterstrich sie. Das Unternehmen hatte es bereits als „positives Zeichen“ gewertet, dass Verdi zu neuen Verhandlungen bereit sei.

Eine Einigung wird schwer genug: Die Gewerkschaft fordert von der Post, auf 49 neue Subunternehmen in der Zustellung zu verzichten, in denen weniger gezahlt wird als im Konzern. Die neuen Firmen orientieren sich an den Tarifverträgen der Logistik-Branche, die deutlich unter denen der Post liegen. Verdi will die Post mit dem Streik zwingen, dass auch bei den Tochterunternehmen mit derzeit mehr als 6000 Beschäftigten der höhere Haustarif gezahlt wird, der für rund 140.000 Postler gilt. Die Post verweist dagegen darauf, dass sie deutlich höhere Löhne als ihre Wettbewerber zahlt. „Diese neue Struktur ist unverzichtbar“, hatte Personalchefin Melanie Kreis jüngst bekräftigt. Verdi hatte betont, dass die Gewerkschaft ihre Streiks bis zu einer Einigung fortsetzen will.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Post und Verdi: Kontrahenten verhandeln wieder"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%