Prodi meldet Bedenken an
Air France bändelt mit Alitalia an

Die Konsolidierung unter den Airlines geht weiter. Die nächste große Hochzeit zweier Fluggesellschaften könnte demnächst zwischen Air France KLM und Alitalia stattfinden. Die Vorgespräche haben nun begonnen. Obwohl die italienische Regierung dieser Verbindung nicht ablehnend gegenübersteht, meldet Ministerpräsident Prodi nun Bedenken an.

HB PARIS. Die Fluggesellschaft Air France KLM ist auf Bitten der Alitalia in Vorgesprächen über eine Fusion mit der italienischen Gesellschaft. Air France KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta sagte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag weiter, beide Unternehmen hätten schon immer auf lange Sicht eine Fusion angestrebt. Es gebe aber keine Änderung in der Position von Air France KLM dazu.

Italiens größte Fluggesellschaft befindet sich zu 49 Prozent in staatlicher Hand und schreibt tiefrote Zahlen. Alitalia erklärte, die Gespräche mit Air France-KLM seien nicht exklusiv. Zu anderen möglichen Partnern äußerte sich das Unternehmen nicht.

Der Beginn von Verhandlungen über eine mögliche Fusion hänge jedoch von drei Bedingungen ab, sagte Spinetta weiter: Alitalia müsse wieder in die Gewinnzone kommen, beide Gesellschaften müssten sich über ihre Strategie einig sein und es müssten mögliche Synergien festgestellt werden.

Der italienische Premierminister Romano Prodi hat „viele Bedenken“ bei einem möglichen Zusammenschluss der italienischen Airline Alitalia mit der Air France-KLM. „Ich habe die Kontakte immer unterstützt, doch nun habe ich Bedenken“, sagte er in einem Gespräch mit der Zeitung „Le Figaro“. Italiens Ministerpräsident Romano Prodi hatte sich im Oktober persönlich in die Bemühungen zur Rettung der Fluggesellschaft eingeschaltet. In der Zeitung „Le Figaro“ forderte er jetzt Air France KLM auf, eine klare Position zu einer Fusion zu bekennen: „Will es eine große europäische Luftfahrtgruppe schaffen, in der auch Italien seinen Platz hat, oder einfach nur den italienischen Markt abgreifen, der groß und sehr reich ist?“, fragte Prodi.

Eine Fusion mit Alitalia wird allerdings bei Branchenexperten als weitaus schwieriger eingeschätzt. Die Aktien von Air France KLM gaben nach der Äußerung Spinettas um mehr als sechs Prozent nach, Alitalia legten rund vier Prozent zu. Air France KLM ist vom Gewinn her die größte Fluggesellschaft der Welt.

Alitalia häufte im ersten Halbjahr erneut einen Verlust von 221 Mill. Euro an. Anstatt der ursprünglich für 2006 angestrebten schwarzen Zahlen wird jetzt mit einem Verlust von mindestens 300 Mill. Euro gerechnet. Das Management sieht als Hauptprobleme die lähmende Übermacht der Gewerkschaften und ihre zahlreichen Streiks, die gestiegenen Treibstoffkosten sowie die erfolgreiche Billigflugkonkurrenz, die von den Flughäfen günstigere Konditionen bekomme als die nationale Fluggesellschaft. Im vorigen Jahr bewahrte nur eine Finanzspritze von einer Milliarde Euro aus einer Kapitalerhöhung die Fluggesellschaft vor dem Konkurs.

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