Quartalsergebnis
Deutsche Börse mit guten Zahlen und neuen Risiken

Die Deutsche Börse kann positive Zahlen präsentieren - und muss doch eine zukünftige Unsicherheit eingestehen. Die teuer eingekaufte US-Aktienoptionsbörse ISE könnte im vierten Quartal zur Belastung werden. Wenn sich die Geschäftsaussichten nicht verbessern, droht eine erneute Wertminderung.
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HB FRANKFURT. Die teuer eingekaufte US-Aktienoptionsbörse ISE wird für die Deutsche Börse immer mehr zur Belastung. Die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Abschreibung habe sich erhöht, teilte der Frankfurter Börsenbetreiber am Mittwochabend mitteilte. Sollten sich die nachhaltigen Geschäftsaussichten der Eurex-Tochter nicht verbessern, sei im vierten Quartal mit einer Wertminderung zu rechnen.

Die Geschäfte der Deutsche Börse Group liefen im dritten Quartal trotz mauer Sommermonate insgesamt etwas besser als von Analysten erwartet: ein leichter Umsatzanstieg von einem Prozent auf 504,3 Mio. Euro und der strenge Sparkurs ließen das operative Ergebnis (Ebit) vor Restrukturierungsaufwendungen um sieben Prozent auf 257,4 Mio. Euro steigen. Der bereinigte Überschuss kletterte um neun Prozent auf 171 Mio. Euro.

Analysten hatten lediglich mit einem Umsatz von 502 Mio. Euro gerechnet. Beim bereinigten Ebit hatten sie 240 Mio. Euro erwartet, beim Überschuss 139 Mio. Euro. Die Erholung der Weltwirtschaft habe die Volumina an den Kassa- und Terminmärkten trotz der weniger starken Kursschwankungen leicht steigen lassen, betonte die Börse. Allerdings schwächte sich die Dynamik im Vergleich zum lebhafteren zweiten Quartal wieder ab.

Wenig rosig sieht es weiterhin im US-Geschäft aus. Die Handelsvolumina an der International Securities Exchange (ISE) sanken im dritten Quartal um 36 Prozent. Als Gründe für die Misere nannte die Börse unter anderem regulatorische Hindernisse. Die mit der Terminbörse Eurex zusammengefasste ISE, der einzige größere Zukauf der vergangenen Jahre der Deutschen Börse, verliert schon seit längerem Marktanteile an Konkurrenten wie Nasdaq OMX, Nyse Euronext und CBOE. Sie graben der ISE mit Gebührensenkungen immer weiter das Wasser ab.

Bereits im Schlussquartal 2009 war der Börsenbetreiber wegen der Abschreibung auf die ISE in Höhe von 420 Mio. Euro erstmals in seiner Firmengeschichte in die roten Zahlen gerutscht. Daraufhin legte die Deutsche Börse ein Sparprogramm mit Stellenabbau auf. Das kostete allerdings weniger als gedacht. Deshalb senkte die Börse erneut ihre Prognose für die Kosten in 2010 und rechnet nun mit 1,15 Mrd. Euro - das sind rund 60 Mio. Euro weniger als bislang gedacht. Einige für 2011 geplante Sparmaßnahmen könnten bereits in diesem Jahr umgesetzt werden, hieß es.

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