Quartalszahlen
Walt Disney mit weniger Gewinn

Auch Dondals Duck und Micky Maus können der Finanzkrise und ihren Folgen nicht entgehen: Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat im vierten Quartal den Gewinn überraschend wenig gesteigert.

HB BURBANK. Der Gewinn je Aktie (EPS) vor Sonderposten sei von 0,42 $ im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,43 Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen in Burbank mit. Analysten hatten hingegen mit einem deutlicheren Anstieg auf 0,49 Dollar gerechnet. Unter dem Strich verdiente Walt Disney wegen Schwächen bei seinen Vergnügungsparks und Filmstudios und hoher Finanzverluste mit 760 Mio. Dollar 13 Prozent weniger.

Der Umsatz kletterte auch dank der TV-Sparte von 8,930 auf 9,445 Mrd. Dollar und übertraf damit die Markterwartungen von 9,34 Mrd. Dollar leicht. Die Aktie kam im nachbörslichen Handel in einer ersten Reaktion massiv unter Druck. Sie hatte bereits im Tagesverlauf fast sechs Prozent auf 22,81 Dollar verloren.

„Das Vertrauen der Konsumenten ist so schwach wie seit 30 Jahren nicht“, sagte Disney-CEO Robert Iger während einer Telefonkonferenz. Er geht davon aus, dass Disney dies auch 2009 zu spüren bekommen wird. Im Oktober seien die Buchungen für die Disney-Ressorts deutlich zurückgegangen. „Die Kunden achten sehr auf ihr Geld. Sie warten wohl im Moment ab, ob es Preisnachlässe geben wird“, fügte er hinzu. Im Bereich Themenpark und Ressort wies Disney im Berichtsquartal ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 3 Mrd. Dollar aus.

Nun will Walt Disney den Kunden Preisnachlässe für die Parks einräumen. Diese sollen in etwa so sein wie in den Jahren 2001 und 2003, sagte der CEO weiter. Es werde so genannte „Vier-Plus-Drei Pakete“ geben, nach denen die Besucher für vier Tage und fünf Übernachtungen zahlen müssten und dann sieben Tage bleiben könnten. Auch werden die Kunden für ihre Buchungen im ersten Halbjahr 2009 Geschenkgutscheine für einen begrenzten Zeitraum bekommen.

Iger wollte unterdessen nicht sagen, wie sich diese Rabattaktionen auf die Marge des Konzerns auswirken wird. Er merkte an, dass Disney bereits in Krisenzeiten wie 2001 Erfahrung habe sammeln können, so dass man nun effektiver durch den Wirtschaftsabschwung kommen dürfte. Der langfristige Nutzen werde die Kosten aus diesem Programm mehr als ausgleichen. Iger sagte weiter, der Wirtschaftsabschwung wirke sich wegen fallender Werbeeinnahmen auch auf das Fernsehgeschäft des Konzerns und das Merchandising mit Disney-Produkten aus.

Im vierten Quartal berichtete Walt Disney in ihrem Fernsehgeschäft, mit Sendern wie ABC und Disney-Channel, ein Umsatzwachstum um vier Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr (29.9.) fiel der Gewinn um knapp sechs Prozent auf 4,4 Mrd. Dollar. Der Umsatz stieg um knapp sieben Prozent auf 37,8 Mrd. Dollar.

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