Rasantes Wachstum
Doc Morris auf dem Weg zum Milliarden-Unternehmen

Rolf Däinghaus, Gründer der Versandapotheke, befindet sich mit einer ebenso simplen wie visionären Geschäftsidee auf Erfolgskurs - und hat eine ganze Branche gegen sich aufgebracht.

HB HEERLEN. Er gründete bei Aachen kurz hinter der niederländischen Grenze die Versandapotheke Doc Morris und verkauft deutsche Medikamente nach Deutschland. Durch den kleinen Schlenker ins Nachbarland umging er die Festpreisverordnung und konnte seine Medikamente billiger anbieten. Die deutsche Konkurrenz grollte, unterlag aber im jahrelangen Rechtsstreit. Doc Morris startete mit dem Rückenwind der Gesundheitsreform durch und befindet sich auf rasantem Wachstumskurs.

„Beim Arzt müssen die Leute 10 Euro bezahlen und bei den Medikamenten zuzahlen. Man zieht ihnen das Geld aus der Tasche. Da sind sie froh, wenn sie etwas sparen können“, sieht Geschäftsführer und Firmengründer Däinghaus die Gesundheitsreform als Wachstums- Beschleuniger. 80 Prozent seiner Kunden sind Deutsche. Sie sparen beim Rezept die Hälfte der Zuzahlung. Rezeptfreie Produkte bietet Doc Morris nach eigenen Angaben bis zu 15 Prozent billiger an.

Zwischen 2001 und 2003 verzehnfachte der Versand seinen Umsatz auf 51 Mill. Euro. Im Oktober übersprang er die Rentabilitätsschwelle. Für 2004 peilt das Unternehmen mit 300 Beschäftigten einen Umsatz von 140 Mill. Euro an, im nächsten Jahr soll er auf 250 Mill. Euro steigen. Ertragszahlen nennt Däinghaus nicht. Gesucht werden zur Zeit neue Investoren. Die Kapitalgeber Technonord (Hamburg) und die britische Beteiligungsgesellschaft 3i wollen aussteigen. Ihnen gehören zwei Drittel, das andere Drittel halten Däinghaus und andere Managern.

„Wir möchten ein Milliarden-Unternehmen werden“, gibt der Unternehmensgründer sein Ziel vor. Der deutsche Medikamentenhandel ist nach Branchenangaben 30 Mrd. Euro schwer. Für den Versandhandel, der seit Jahresbeginn auch in Deutschland erlaubt ist, wird das Marktpotenzial auf acht Prozent geschätzt. Davon will sich der Jungunternehmer ein dickes Stück abschneiden.

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