Real-Mutter Metro
Die teuren Baustellen des Handelskonzerns

Metro steckt mitten im wohl größten Umbau der Unternehmensgeschichte. Derzeit räumt Konzernchef Olaf Koch kräftig bei Metro und Real auf. Das verschlingt ungeahnt viel Geld – wie nun die roten Zahlen offenbaren.

DüsseldorfDer Handelskonzern Metro hat in seinem dritten Geschäftsquartal rote Zahlen geschrieben. Nach einem Gewinn von 115 Millionen Euro im Vorjahr stand nun von April bis Juni ein Verlust von 24 Millionen Euro in den Büchern, wie Metro am Dienstag mitteilte. Grund waren Kosten für einen Konzernumbau.

Auch operativ verdiente der Konzern weniger. Wechselkurseffekte, niedrigere Erlöse aus Immobilienverkäufen und höhere Kosten bei der Elektroniktochter Media-Saturn ließen das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 209 auf 154 Millionen Euro zurückgehen. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Metro.

Noch im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. September endet, hatte Metro positiv überrascht. So stieg der Umsatz flächenbereinigt um 0,6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn (Ebit) war dem Konzern eine Wende gelungen: War im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 24 Millionen Euro angefallen, schaffte Metro im zweiten Quartal 2016 einen Gewinn von 11 Millionen Euro.

Analysten hatten mit einem Umsatz von 13,756 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn vor Sondereffekten von 182 Millionen Euro gerechnet. Doch dort verzeichnete Metro nur 154 Millionen Euro. Das dritte Quartal sei für die Ergebnisentwicklung des Konzerns ein „relativ unwichtiges“, sagte Vorstandschef Koch. Denn er sieht positive Entwicklungen: „Wir sind mit der Neuausrichtung des Unternehmens für mehr Wachstum, Kundenorientierung und unternehmerisches Handeln auf dem richtigen Weg“, betonte er. Dies zeige der Rekordwert beim Umsatz im Geschäft mit der Belieferung von Kunden wie Gastronomen sowie anhaltendes Wachstum im wichtigen Online-Geschäft. Media-Saturn habe Verkäufe über das Internet etwa um 7,8 Prozent gesteigert. Aber auch Europas größte Elektronikhandelskette weitete im Quartal den operativen Verlust aus.

Für das Gesamtjahr sieht Koch Metro auf Kurs. Handelskonzerne fahren traditionell den größten Anteil ihrer Gewinne im Weihnachtsquartal ein. Für 2015/16 geht Koch daher weiterhin von einer leichten Steigerung bei Umsatz und operativem Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren aus. Nach neun Monaten lag diese Kennziffer mit 992 Millionen Euro indes leicht unter den Vorjahreswerten, im vierten Quartal muss Koch also noch eine Schippe drauflegen.

Metro befindet sich zurzeit im wohl größten Umbau der Unternehmensgeschichte. Der Händler will ausgerechnet sein Kerngeschäft, den Großhandel, in eine neue börsennotierte Gesellschaft ausgliedern. Zurück bleibt der Elektronikhandel mit den Ketten Media Markt und Saturn. Und es wird noch komplizierter: Beide AGs sollen komplett neue Namen bekommen.

Ein knappes Jahr vor der Aufspaltung des Konzerns hat bei Metro das große Aufräumen begonnen. Das Hauptaugenmerk legt Konzernchef Koch dabei auf Metro und Real, die als gemeinsames Unternehmen abgetrennt und separat an die Börse gebracht werden sollen. Der Börsenkandidat wird schön gemacht – um direkt zum Start der neuen Aktie eine möglichst positive Bewertung zu erzielen.

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