Reederei
Hapag-Lloyd erwägt Antrag auf Staatshilfe

Nach der Loslösung vom Touristikkonzern Tui gibt es bei Deutschlands größter Container-Reederei Hapag-Lloyd Überlegungen, den Staat um Finanzhilfe zu bitten. Wegen der Wirtschaftskrise sinken im Containergeschäft die Transportmengen und Preise. Darauf hatte Hapag-Lloyd bereits reagiert, doch das scheint nicht auszureichen.

HB FRANKFURT. "Ich schließe nicht aus, dass auch Hapag-Lloyd um Staatshilfe nachsucht. Sie würde sicherlich Sinn machen und müsste dann auch zügig gewährt werden", sagte Miteigentümer Klaus-Michael Kühne der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Der Logistikunternehmer ist mit 15 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt.

Ein Sprecher der Reederei wollte Kühnes Aussage auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren, schloss jedoch keine Möglichkeit aus. "Alle Optionen zur Zukunftssicherung werden evaluiert." Weil die Transportmengen und Preise wegen der Wirtschaftskrise sinken, hatte der Vorstand bereits im Frühjahr ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt und einen Investitionsstopp verhängt.

Im ersten Quartal hatte Hapag-Lloyd einen operativen Verlust von 222 Mio. Euro eingefahren. Der Hapag-Lloyd-Sprecher sagte: "Die weltweite Situation im Containergeschäft ist unverändert negativ." Auch Hapag-Lloyd könne sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Dennoch setzt das Unternehmen auf steigende Preise für Containertransporte.

Kühne forderte unterdessen, die von Überkapazitäten geprägte Branche nicht alleine dem Markt zu überlassen. "Der Staat sollte dafür sorgen, dass die deutsche Schifffahrtsflotte nicht untergeht." Auch international befinden sich viele Reedereien derzeit in der Bredouille. Der Chef der weltgrößten Reederei Maersk-Line, Eivind Kolding, rechnet damit, dass die Krise auch im nächsten Jahr noch die Bilanzen verhageln werde.

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