Reisekonzern
Cook will lockere Preisbindung

Die deutschen Regeln zur Preisbindung für Pauschalreisen sind nach Ansicht von Europas zweitgrößtem Touristikkonzern nicht mehr zeitgemäß. Thomas Cook fordert gesetzliche Änderungen. Gleichzeitig dürften 2005 erstmals alle deutschen Cook-Veranstalter einen Gewinn verbuchen.

HB FRANKFURT. Der Verkauf von Reisen per Katalog sei in Deutschland durch die so genannte Preisauszeichnungspflicht wesentlich stärker reglementiert als in anderen Ländern. „Man muss hier gewisse gesetzliche Bestimmungen an die Realität anpassen“, sagte Cook-Vorstandsmitglied Peter Fankhauser am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Es müsse möglich sein, dass in Reisekatalogen künftig lediglich Beispielpreise oder Richtwerte aufgeführt seien, die sich aber bis zur jeweiligen Reisebuchung ändern könnten. „Für Flüge gibt es auch keinen Katalog mit x-tausend festgelegten Tarifen“, sagte Fankhauser. Im Internet gebe es generell für Reisen keine Preisbindung.

Thomas Cook werde das Thema auch vor dem Hintergrund eines möglichen Regierungswechsels in Berlin über den Branchenverband DRV vorbringen. Insbesondere Verbraucherschützer lehnen variable Preise bei Katalogreisen bisher ab.

„Die deutschen Ausführungsbestimmungen für Pauschalreisen sind im europäischen Vergleich einmalig“, sagte Fankhauser. „Wenn Sie als Veranstalter einen Katalog machen, sind Sie im Grunde strikt an den ausgeschriebenen Preis gebunden.“ Auf Grund der immer kurzfristigeren Buchungsentscheidungen sei die Touristikbranche aber auf flexible Preisgestaltung auch bei den per Katalog verkauften Reisen angewiesen. Dies sei noch immer der mit Abstand größte Vertriebsweg, auch wenn der Internetanteil allmählich wachse.

Der im Cook-Konzern größte Veranstalter Neckermann habe für die laufende Sommersaison in einem Teil seiner Kataloge zusätzlich so genannte Extra-Knüller-Angebote ohne feste Preisangaben aufgeführt. „Das funktioniert gut. Der Kunde kann im Internet nach aktuellen Preisen schauen oder im Reisebüro nachfragen“, sagte Fankhauser. Doch solche Angebote brächten wegen der engen gesetzlichen Regelungen bereits Probleme mit Verbraucherschützern.

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