Reisekonzern
Tui und Tui Travel wollen fusionieren

Seit Jahren versucht der deutsche Reisekonzern Tui, seine in Großbritannien gelistete Tochter Tui Travel vollständig zu übernehmen. Jetzt könnte es bald soweit sein und nur über die Ausgabe neuer Aktien ablaufen.
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FrankfurtElefanten-Hochzeit in der europäischen Tourismusbranche: Marktführer Tui aus Hannover will die Tochter Tui Travel komplett unter seine Kontrolle bringen. Dazu sollen die beiden Unternehmen fusionieren. Es ist nicht der erste Versuch: Bereits vor anderthalb Jahren versuchte Tui sein Glück, scheiterte aber.

Mit der Fusion soll der führende europäische Reiseveranstalter Tui Travel komplett unter das Tui-Dach wandern. Damit würde auch das Flickwerk der komplizierten Verschachtelung zwischen Hannover und England enden, das in der Vergangenheit oftmals für Schwierigkeiten und Lähmung gesorgt hatte.

Die milliardenschwere Fusion solle ausschließlich über die Ausgabe von Aktien der Tui AG an die heutigen Minderheitsaktionäre der Tui Travel erfolgen, ohne Zahlung einer zusätzlichen Prämie, teilte der Tui-Konzern aus Hannover am Freitag mit. Durch den Schulterschluss entstehe der führende Tourismuskonzern der Welt. Tui Travel war vor Bekanntgabe der Pläne an der Börse rund 5,4 Milliarden Euro wert – die Konzernmutter Tui AG 3,25 Milliarden Euro. „Die Aktionäre, die Kunden und die rund 74.000 Mitarbeiter in 130 Ländern profitieren von dem geplanten Zusammenschluss“, warben die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen, Fritz Joussen und Peter Long, für das Vorhaben. Geplant sei, dass die beiden den neuen Konzern zusammen bis 2016 führen, und Tui-Chef Joussen dann Allein-Chef werde. Der Sitz des Branchenriesen bleibe in Deutschland.

Die Aufsichtsgremien der beiden Firmen unterstützen den Plan und auch der größte Einzelaktionär der Tui AG, Alexej Mordashov, signalisierte Zustimmung. Als nächster Schritt soll nun bis Herbst den Aktionären der Tui AG der Zusammenschluss formal vorgeschlagen werden. Tui-Travel-Eigner sollen für jede ihrer Aktien 0,399 neue Tui-AG-Papiere erhalten.

Der Traditionskonzern aus Hannover hält 54 Prozent an der in Großbritannien börsennotierten Tochter und versucht seit Jahren, das Geschäft komplett unter seine Kontrolle zu bringen. Die Aktien beider Unternehmen schnellten nach der Mitteilung nach oben. Tui-Aktien gewannen im Nebenwerteindex MDax in der Spitze 5,9 Prozent auf 12,65 Euro, Tui Travel legten in London bis zu 7,7 Prozent auf 420 Pence zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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