Reisekonzerne
XL-Pleite hilft Tui Travel und Thomas Cook

Die deutsch-britischen Reisekonzerne Tui Travel und Thomas Cook werden nach Einschätzung von Analysten kräftig von der Pleite des drittgrößten britischen Reiseveranstalters XL profitieren. Beide Aktien stiegen in London um jeweils sieben Prozent.

LONDON. Nachdem die beiden Marktführer ihre Kapazitäten zuletzt deutlich reduziert hatten, verringert sich nun das buchbare Angebot auf dem britischen Markt um ein weiteres Zehntel. Damit könnten die Kunden nun nicht mehr darauf setzen, in letzter Minute noch preiswerte Urlaubsreisen buchen zu können, hieß es in Branchenkreisen. Die Aktien von Tui Travel und Thomas Cook stiegen in London jeweils um rund sieben Prozent.

XL hatte sich am frühen Freitagmorgen für zahlungsunfähig erklärt und sofort alle Flüge eingestellt. Eine Maschine nach Orlando war auf dem Flughafen London-Gatwick schon auf dem Rollfeld, als sie noch zurückgerufen wurde. Die britische Flugverkehrsaufsicht CAA teilte mit, dass knapp 90 000 Reisende gestrandet seien. Weitere 200 000 hätten Reisen mit XL gebucht, die nun nicht mehr stattfinden würden. Die CAA organisiert zusammen mit Fluggesellschaften die Rückkehr der Urlauber. Tausende werden allerdings mangels rechtlicher Absicherung auf eigene Kosten neue Flüge buchen müssen.

XL hatte mit 21 Maschinen Urlaubsflüge zu 50 Zielen am Mittelmeer, in Florida und in der Karibik angeboten. Außerdem gehören zu der Gruppe eine Reihe von Pauschalreisefirmen. Das Unternehmen mit 1 700 Mitarbeitern war 2006 vom Management mit Hilfe von Finanzinvestoren aus der isländischen Avion Group herausgekauft worden. Es schuldet isländischen Finanzinstituten rund 250 Mill. Euro. Die Investmentbank Straumur-Budaras teilte mit, sie übernehme die französischen und deutschen Töchter von XL. Der Rest der Gruppe wird jetzt von Insolvenzverwaltern geführt.

In den vergangenen Wochen hatten sich bereits Alitalia, die transatlantische Fluggesellschaft Zoom und der spanische Reiseveranstalter Futura für zahlungsunfähig erklärt. Tui-Travel-Chef Peter Long sagte, er rechne angesichts der hohen Kerosinpreise mit weiteren Zusammenbrüchen. Der Chef der Internet-Reisefirma Lastminute.com, Ian McCaig, sagte, die Reisebranche in Europa werde zunehmend reifer, das übe den stärksten Druck auf Reiseveranstalter in der mittleren Preiskategorie aus.

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