RWE verkauft Wassertochter
Thames Water stößt auf reges Interesse

RWE kann beim geplanten Verkauf seiner britischen Wassertochter Thames Water auf einen hohen Verkaufserlös hoffen. Nach Informationen des Handelsblatts werden sich am Bieterwettstreit mindestens drei Gruppen beteiligen. Zugleich hält sich RWE die Option Börsengang aber offen.

DÜSSELDORF / LONDON. Interessiert seien Konsortien um die Beteiligungsgesellschaften Terra Firma und Permira sowie der staatliche Investmentfonds Katar gemeinsam mit der Investmentbank UBS, hieß es in Finanzkreisen. Eventuell werde auch der kanadische Pensionsfonds Borealis gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft 3i ein Gebot abgeben. Die Offerten dürften bei rund sieben Mrd. Pfund (umgerechnet 10,4 Mrd. Euro) liegen und müssten bis zum 15. August eingereicht werden. Anschließend werde RWE für die Bieter mit den höchsten Geboten die Bücher von Thames Water zur eingehenden Prüfung öffnen.

Konzernchef Harry Roels hatte im vergangenen Herbst die Trennung vom internationalen Wassergeschäft beschlossen, um RWE wieder auf die Sparten Strom und Gas zu konzentrieren. Zum Verkauf stehen die beiden Konzern-Töchter Thames Water und American Water. Bei American Water, die RWE 2003 für 4,5 Mrd. Euro gekauft hatte, hat sich der Konzern inzwischen für einen Börsengang entschieden. Im Fall Thames Water, für die der Konzern 2000 rund 7,1 Mrd. Euro bezahlte, bevorzugt der Konzern offiziell zwar auch den Gang an die Börse. Parallel hat er aber auch das Bieterverfahren für Investoren eröffnet.

„Der Verkaufsprozess läuft wie geplant“, sagte eine RWE-Sprecherin auf Anfrage. Die Vorbereitungen für einen Börsengang hätten begonnen. Der Konzern verfolge aber weiter auch die Suche nach einem Investor. Abschließen will RWE den Verkauf beider Tochtergesellschaften im kommenden Jahr.

„Wenn der Preis stimmt, wäre der Verkauf an einen Finanzinvestor natürlich die einfachste Lösung“, sagt Analyst Matthias Heck von Sal. Oppenheim. Als RWE den Verkauf der Wassersparte beschlossen habe, sei das Interesse der Investoren noch gering gewesen. In den vergangenen Wochen habe es aber offenbar deutlich angezogen. Nach seinen Berechnungen könnte RWE mit einem Kaufpreis von sieben Mrd. Pfund zufrieden sein.

Thames Water ist der größte britische Wasserversorger und hat im Großraum London rund 13 Mill. Kunden. Der Versorger kämpft zur Zeit allerdings mit massiven Imageproblemen. Die britische Wasseraufsichtsbehörde Ofwat hat bemängelt, dass Thames Water bei der Reparatur des alten Leitungsnetzes nicht nachkomme und zu viel Trinkwasser im Boden versickere. RWE musste daraufhin zusagen, 150 Mill. Pfund zusätzlich in die Sanierung zu stecken. Für einen Gang an die Börse wären die Imageprobleme eine Belastung.

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