Sanierungsplan ist durch
Karstadt-Quelle streicht 5500 Stellen

Arbeitnehmer und Unternehmensleitung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns haben sich am Donnerstag in Essen nach einem 29-stündigen Verhandlungsmarathon auf einen millionenschweren Sanierungsplan geeinigt.

HB ESSEN. Die wochenlange Zitterpartie für die 100 000 Beschäftigten von Karstadt-Quelle ist nun mit einem Beschäftigungspakt beendet worden. Zwar kommen auf die Arbeitnehmer in den nächsten drei Jahren empfindliche Lohneinbußen zu, und im Konzern werden 5500 Stellen gestrichen. Die Gefahr betriebsbedingter Kündigungen ist aber weitgehend gebannt. Die Gewerkschaft Verdi, der Betriebsrat sowie der Vorstand einigten sich am Donnerstag nach einem rund 29-stündigen Verhandlungsmarathon in Essen auf ein Sanierungspaket, das sowohl weitgehende Sicherheit für die Beschäftigten als auch das von Konzernchef Christoph Achenbach angestrebte Einsparvolumen von 760 Mill. € bringt.

Damit wurde zugleich die wichtigste Voraussetzung für die anderen Bausteine in Achenbachs Sanierungsplan geschaffen. Der Aufsichtsrat der Karstadt-Quelle AG stellte unmittelbar nach der Einigung mit der Arbeitnehmerseite die Weichen für die Kapitalerhöhung in Höhe von 500 Mill. €, die am 22. November von einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden soll. Auch die dringend benötigte Verlängerung von Kreditlinien im Volumen von insgesamt 1,75 Mrd. € dürfte damit gesichert sein. Zwar stellen sich nach Informationen aus Bankenkreisen mit der Nord/LB und der AK-Bank noch zwei Institute quer; sie stehen nach diesen Informationen aber nur für einen sehr kleinen Anteil an dem gesamten Volumen.

Die Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmerseite und Vorstand sehen im Einzelnen folgende Eckpunkte vor: Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Zusage des Managements vermieden werden. Der Abbau der 5500 Stellen - 4000 in der Warenhaussparte sowie 1500 im Versandhandel zumeist in der Verwaltung - soll auf dem Weg der Fluktuation erreicht werden. Die Zahl der Verkäufer soll eher noch erhöht werden. Für zumindest 67 der 77 zur Disposition stehenden kleineren Warenhäuser sei zudem eine Standortsicherung erreicht worden, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Franziska Wiethold. Nach Achenbachs Planung sollen die 77 Häuser in Kürze in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert und in drei Jahren verkauft werden.

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