Schon 30 Millionen Bahncards verkauft
Ein Klassiker kommt zurück

Ein Klassiker kommt zurück: Mit der neuesten Preisreform der Bahn ist am 1. August auch die Bahncard mit 50 % Ermäßigung wieder da. Die Plastikkarte in weiß oder silbergrau mit Foto und Hologramm war in vielen deutschen Geldbörsen seit Jahren fester Bestandteil. Seit der Einführung 1992 wurden mehr als 30 Mill. Stück davon verkauft. Nur fünf Prozent der Bundesbürger haben noch nie von der Bahncard gehört.

HB/dpa BERLIN. Kaum verständlich, wie die Bahn im vergangenen Jahr auf die Idee kommen konnte, ihr größtes Erfolgsmodell abzuschaffen. Der billigere Ersatz Bahncard 25 - mit nur noch 25 % Rabatt - wurde von vielen Stammkunden nicht akzeptiert. Umso größer ist bei ihnen nun die Zufriedenheit, dass ihr Objekt der Begierde zurückkehrt. Teurer zwar (200 statt 140 € in der zweiten Klasse), aber auch mit neuen Leistungen wie dem Mitfahrerrabatt: Auf einer Bahncard können nun bis zu fünf Leute zum halben Preis fahren.

„Erfinder“ der Bahncard ist Hemjö Klein, der heute wieder als Berater für den bundeseigenen Verkehrskonzern tätig ist. Als Personenverkehrs-Vorstand hatte er seinerzeit die Idee, aus den verschiedenen Junioren-, Senioren-, Familien- und Taschengeld-Pässen eine einzige Karte zu machen. Der Preis zum Start am 1. Oktober 1992: 220 DM. Mit der Vereinfachung von komplizierten Tarif-Modellen hat der zwischenzeitliche Lufthansa-Manager also seine Erfahrung.

Der Materialwert der Plastikdinger in Scheckkartenformat - 5,3 mal 8,5 Zentimeter - beträgt nur wenige Cent. Hergestellt werden sie in Frankreich: Die Rohlinge kommen aus der Nationaldruckerei in Paris, die Prägung erfolgt bei einer Tochter des Bertelsmann-Konzerns in Lyon. Pro Jahr werden rund drei Mill. Karten ausgeliefert, davon etwa 300 000 im Silbergrau der Ersten Klasse. Die meisten Kunden hielten der Karte die Treue: Bislang waren 80 % nach der zwölfmonatigen Geltungszeit wieder dabei.

Mit Fälschungen hatte die Bahn bislang nur wenig Probleme. Allenfalls wird häufiger versucht, die Geltungsdauer eigenmächtig zu verlängern. Ansonsten schützt ein Hologramm vor Nachahmungen - bislang mit den Konturen der Bundesrepublik, künftig mit Logo und Schriftzug der Bahn.

Zunächst allerdings werden die Bahncard-Besitzer mit Papier vorlieb nehmen müssen. Wegen der kurzfristigen Wiedereinführung innerhalb von vier Wochen gab es keinen Vorverkauf. Am 1. August ist an den Schaltern zunächst nur eine provisorische Karte zu bekommen. Die Bahncard aus Plastik mit dem eigenen Passbild folgt dann mit der Post - sieben bis zehn Tage soll das in der Regel nur dauern.

In nächster Zeit soll die Bahncard zu einer echten Kundenkarte aufgewertet werden. Bereits heute schon gibt es für die Bahncard- Besitzer bei Autovermietungen oder Versicherungen zusätzliche Rabatte. Außerdem existiert für Vielfahrer ein Service-Programm namens bahn.comfort, das von den gesammelten Bahnkilometern abhängig ist.

Die Werbe-Kampagne zur Wiedereinführung der Bahncard lässt sich die Bahn einiges kosten. Im Fernsehen wirbt seit Anfang Juli Harald Schmidt für den bundeseigenen Verkehrskonzern. Parallel dazu ist in Tageszeitungen und Illustrierten der Slogan „Das könnte Ihnen gefallen: Es gibt wieder eine Bahncard mit 50 % Rabatt“ zu lesen.

Die freundliche Dame, die der Bahncard 50 in diesen Anzeigen Gesicht gibt, musste nicht teuer bezahlt werden: Sandra Block gibt es wirklich. Sie ist kein Fotomodell, sondern arbeitet bei der Werbeagentur der Bahn.

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