Schwaches Quartal
Gewinneinbruch bei der Lufthansa

Die Lufthansa muss in der ersten Jahreshälfte einen herben Einbruch des Gewinns hinnehmen. Im Vorjahr hatte der Verkauf einer Tochter das Ergebnis aufgepeppt. Für das Gesamtjahr bleibt der Vorstand optimistisch.
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FrankfurtDie Lufthansa hat zum Start des wichtigen Sommergeschäfts deutlich weniger verdient. Operativ verbuchte die Fluggesellschaft im zweiten Quartal einen Gewinn von 431 Millionen Euro - ein Minus von 27 Prozent, wie die größte europäische Airline am Freitag mitteilte. Der Einbruch ist auf Sondereffekte im vorigen Jahr zurückzuführen, die der Kranich-Airline viel Geld in die Kasse gespült hatten. Dazu zählt unter anderem der Verkauf der britischen Tochter BMI und die Übertragung des Flugbetriebs von Austrian auf deren Tochter Tyrolean. Die Schritte haben der Lufthansa damals einmalig mehr als 300 Millionen Euro eingebracht. Ohne diesen Basiseffekt wäre der operative Gewinn des Konzerns um gut 60 Prozent gestiegen. Der Gesamtumsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni um ein Prozent auf 7,84 Milliarden Euro.

Die Markterwartungen verfehlte der Frankfurter Konzern damit: Von Reuters befragte Analysten hatten für das zweite Quartal bei 8,1 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Ertrag von 599 Millionen Euro gerechnet.

Für das laufende strebt der Vorstand des 117.000 Mitarbeiter starken Unternehmens weiterhin einen operativen Gewinn über dem Vorjahresniveau von 524 Millionen Euro an. Um im harten Wettbewerb am Himmel mit Billigfliegern wie Ryanair oder neuen Rivalen wie Emirates zu bestehen, hat sich die Lufthansa einen harten Sparkurs verordnet, dem weltweit 3500 Jobs zum Opfer fallen. Mit den harten Einschnitten will der Dax-Konzern sein operatives Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen. Auf dem Kurs komme die Lufthansa gut voran, sagte Finanzchefin Simone Menne. "Die Neuausrichtung der Lufthansa Group nimmt Fahrt auf."

Mit ihren Sparbemühungen ist die Lufthansa in guter Gesellschaft: Ähnlich gehen die großen europäischen Konkurrenten Air France-KLM und die unter dem Dach der Airline-Holding IAG firmierende British Airways-Iberia vor - beide Konzerne haben sich harte Sanierungen verordnet.

Entlastung erwartet die Lufthansa in diesem Jahr bei den Tankkosten: Die Treibstoffrechnung dürfte auf sieben Milliarden Euro sinken, bekräftigte der Konzern seine frühere Prognose. Im Vorjahr waren es noch 400 Millionen Euro mehr gewesen. Grund zum Jubeln hat die Airline angesichts der Preissteigerungen für Flugbenzin trotzdem nicht: Allein von 2009 bis 2012 verdoppelten sich die Kerosinausgaben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Problem der LH sind ihre Preise. Ich fliege im Jahr sechs bis sieben Mal Langstrecke, LH ist immer 30 - 40 %
    teurer als der Wettbewerb. Da der Service auch nicht gerade
    berauschend ist buche ich in zunehmendem Maße andere Carrier und bin recht zufrieden damit.

  • Der Beamtenapparat Lufthansa bedarf anhand der Aussagen hier offensichtlich einer peniblen Grundüberholung. Mit dem massiv kritisierten Stammpersonal erscheint diese Aufgabe jedoch nicht durchführbar.Dank Emirates und Co wird es Lufthansa in 10 Jahren so oder so nicht mehr geben. Die sogenannten Führungskräfte haben offensichtlich keine Ahnung was auf Sie zukommt.Die Anzeichen mehren sich das LH weiterhin deutliche Probleme bekommt.

  • Freundlichkeit, Bounsprogramme usw. hin oder her, das Hauptproblem sind für mich die Preise bin lange nur LH geflogen, zunehmend bevorzuge ich andere Airlines.
    Beispiel 1 : Flug in die Wüste
    Lufthansa Preis 3650 Euro -- Preis andere Airline 1900 Euro
    und deutlich besserer Service.

    Beispiel 2 : Flug nach China
    Lufthansa Preis 5200 Euro -- Preis andere Airline 3700 Euro
    und deutlich besserer Service.

    Bei 5 oder 10% Unterschied würde ich sicherlich weiterhin LH nutzen aber bei diesen Unterschieden zur (aus meiner Sicht gleichwertigen oder besseren) Konkurrenz. Stellt sich die Fragen zur LH nicht mehr.

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