„Schweinerei“
Österreichs Metzger kritisieren deutsche Billigkonkurrenz

Billigeres Fleisch durch billige Arbeitskräfte – das werfen österreichische Metzger ihren deutschen Kollegen vor. Sie sprechen sogar von „moderner Sklaverei“ in deutschen Betrieben, die auf Arbeiter aus Osteuropa setzen.
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WienNach der belgischen hat auch die österreichische Fleischbranche Protest gegen mutmaßliches Lohndumping in deutschen Schlachthöfen erhoben. Deutsche Unternehmen könnten billigeres Fleisch anbieten, weil dort „speziell in der Fleischbranche auch moderne Sklaverei, Lohndumping herrscht“, sagte der Chef des österreichischen Verbandes der landwirtschaftlichen Veredelungsproduzenten (VLV), Hans Schlederer, am Montag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Es sei eine „Schweinerei, was da läuft“.

Die Zeitung „Kurier“ zitierte aus einem internen Vermerk der österreichischen Landwirtschaftskammer, wonach bei deutschen Branchenriesen „großteils Billigarbeiter aus Osteuropa - vor allem aus der Ukraine, Weißrussland, Polen und Moldawien“ arbeiteten. Hilfsarbeiter erhielten einen Lohn von 3,50 Euro, Facharbeiter 6,00 Euro. Im vergangenen Jahr seien wegen der Billigkonkurrenz aus Deutschland fünf für österreichische Verhältnisse große Schlachtbetriebe in die Insolvenz geschlittert, sagte Schlederer laut APA.

Er habe deswegen schon bei mehreren Regierungsmitgliedern vorgesprochen, aber „bilateral traut sich keiner so richtig, etwas zu machen“. Daher wolle Österreich über eine Initiative in Richtung Brüssel „mit anderen starken Ländern richtig vorgehen“.

Belgien hatte bei der EU-Kommission im April Beschwerde gegen Deutschland wegen mutmaßlichen Sozialdumpings in fleischverarbeitenden Betrieben eingereicht. Die belgische Regierung bezweifelt, dass die Zustände in Deutschland EU-Recht entsprechen, und fordert die Behörde zum Handeln auf. In der Branche seien Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Ausländern generell schlechter als für die sonstigen Beschäftigten. Belgien befürchtet Nachteile für das eigene Land und beklagt eine Verzerrung des Wettbewerbs.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Schweinerei“: Österreichs Metzger kritisieren deutsche Billigkonkurrenz"

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  • An Phygranimus
    Recht haben Sie mit einem Punkt: Dem Krieg.
    Solange die Fett Gefressenen aus Befindlichkeiten und Ego Kalkül nicht zugeben wollen, dass sie dem Rest nur Elend bringen eskaliert die Situation weiter. Der Hass schlägt bei unseren europäischen Nachbarn schon Blasen, nur sind deren Zeitungen genauso geschönt wie unsere Jubelpresse. So werden denn 300 Mio EU Bürger in selbstauferlegter Askese abwarten bis deutsche Politiker deutschen Bonzen die Hälse ausreichend gestopft haben.
    Hoffen Sie, dass Europa diese nicht abschneidet, denn es ist gut und edel für das Deutsche Vaterland usw. Fragen Sie Ihre Großeltern.

  • Solange es nicht möglich ist diese bösartigen Machthaber zu Fall zu bringen, setzen sich alle möglichen Todesspiralen, wie hier aufgezeigt, der bestialische Moloch der Hyper-Perversion einer
    Fleischindustrie in die Selbstzerstörung unserer Welt weiter fort. Das zweite Problem ist die Dummheit der Menschen z.B. das Grillen zu einer Art Heiligtum zu erklären und von dem "Leichenschmaus" nicht abzulassen oder wenigstens die Denkzellen einzuschalten, ob das wohl alles seine logische Berechtigung haben kann.
    Diese Schlacht-Tempel des unsagbaren Bösen, wie hier vor Ort die Firma Tönnies hätten niemals auch nur ansatzweise eine Existenzberechtingung bekommen dürfen.
    Die Menschheit wird noch die Quittung für diese unendliche Dummheit bekommen; schlimmstenfalls wieder mit einem Weltkrieg !

  • LOHNSKLAVEREI -- EIN VORTEIL DER EU

    Diese Lohnsklaverei ist ein Grund, warum Großkapital und Großindustrie- wie deren Interessensvertrer von CDU und FDP- so hinter der EU stehen, wie auch möglichst viel Zuwanderung stehen.

    Ein weiterer Grund, ist die große Beeinflussbarkeit der größtenteils nicht-demokratisch legitimierten EU-Organe:

    LOHSKLAVEREI -- EIN VORTEIL DER EU

    Diese Lohnsklaverei ist ein Grund, warum Großkapital und Großindustrie- wie deren Interessensvertrer von CDU und FDP- so hinter der EU stehen, wie auch möglichst viel Zuwanderung stehen.

    Die Linken haben der Agenda des Großkapitals mit ihrem Lieblingsprojekten "Antirassismus", den man besser anti-weißen Rassismus nennen sollte und Multikulti nichts entgegen zu setzen.


    schwertasblog.wordpress.com/2013/04/09/merkel-und-der-euro-dienen-beide-der-internationalen-hochfinanz-was-sie-uber-den-eurobetrug-wissen-mussen/

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