Serie: Deutschland baut um
Strategie mit doppelter Wende

Tui ist Europas größter Touristik-Konzern. Reisedienstleistungen statt Kohle, Stahl und Transport - die Vision war fast perfekt, bis das Reisegeschäft zu unischer wurde.

DÜSSELDORF. Wer in Hannover mit dem Taxi zur Tui fährt, sollte gleich dazu sagen, er wolle in die alte Preussag-Zentrale. Sonst gibt es möglicherweise Missverständnisse selbst mit ortskundigen Chauffeuren. Das Taxi-Erlebnis ist nur die lokale Marginalie eines radikalen Umbaus, für den es zumindest in der deutschen Wirtschaftsgeschichte keinen Vergleich gibt.

Unter großen Schmerzen und von ätzender Kritik begleitet, mit hohen Schulden und schönen Sprüchen entstand aus dem traditionsreichen Preussag-Konzern die Tui – Europas größter Touristikkonzern mit angehängter Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd in Hamburg.

Einst fuhren unter dem überdachten Eingang der Preussag-Zentrale die Großen aus der Stahlbranche vor. Und hinter den grauen Mauern des nüchternen Zweckbaus aus den 80er Jahren wurden Management-Entscheidungen über Kohle und Schiffbau, über Energie und Rohstoffe, über Transportunternehmen und Anlagenbau getroffen. Heute öffnet sich hier ein Land des Lächelns – mit dem Tui-Logo, dem aus Strich und Punkt zusammen gesetzten Smiley.

Beharrlich hat Konzernchef Michael Frenzel den Wandel gegen alle Widerstände durchgesetzt. Für die Geschäftsfelder der Preussag sah er keine Zukunft. Stattdessen baute er den Konzern um zum europaweit agierenden „integrierten“ Reisedienstleister Tui. Zu einem Touristikkonzern, der in allen Wertschöpfungsstufen des Reisegeschäfts aktiv ist. Der Reisebüros betreibt, und im Internet unterwegs ist, der Reiseveranstalter ist, eine eigene Flugzeugflotte unterhält und natürlich eigene Hotels überall in der heilen Urlaubswelt.

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