Signa legt Finanzkonzept vor
Schicksalstag für Metro und Kaufhof

Die heutige Aufsichtsratssitzung der Metro wird spannend. Nicht nur, dass es am Abend einen neuen Chef für den Handelskonzern geben könnte. Auch die Angebote für die Warenhaustochter Kaufhof stehen zur Diskussion.

DüsseldorfRené Benko wirkte entspannt. Mit einem Glas Wein in der Hand stand er am Mittwochabend inmitten Hunderter Gäste, die zur Neueröffnung des - wie die Einladung prophezeite - "Shopping-Highlight" Sevens an der Düsseldorfer Kö gekommen waren: Er plauderte, bestaunte die extravagante Bühnenshow - und ging um Viertel nach neun, schließlich war er nicht zum Vergnügen in Düsseldorf.

Benko, 34, ist Gründer und Geschäftsführer der österreichischen Immobilienfirma Signa. Und als solcher ist er nicht nur einer der Eigentümer der Einkaufspassage Sevens, sondern auch einer der Bieter für die zum Verkauf stehende Metro-Tochter Kaufhof. Sein Interesse gilt dem Gesamtpaket aus Immobilien und operativem Warenhausgeschäft, dessen Wert Branchenexperten auf mehr als zwei Milliarden Euro schätzen. "Wir haben in den letzten Tagen mit Metro-Chef Eckhard Cordes und Finanzvorstand Olaf Koch Gespräche geführt", sagte Benko dem Handelsblatt.

"Wir haben die Bestätigungen mehrerer europäischer Banken vorgelegt und bewiesen, dass wir in der Lage sind, die Investition mit viel Eigenkapital zu stemmen." In Kreisen der Metro wurden die Gespräche bestätigt. Zur Überprüfung des Finanzkonzepts seien mehrere Banken kontaktiert worden, hieß es gestern.

Hinter der Signa-Gruppe steht der griechische Reeder und Milliardär George Economou, der im Jahr 2009 knapp die Hälfte an Signa erworben hat. Investiert sind auch Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sowie Martin und Christoph Schoeller, Geschäftsführer der auf Industriebeteiligungen spezialisierten Schoeller Industries. Bisher war nur von einer Münchener Unternehmerfamilie die Rede. Eine Anfrage bei Schoeller blieb unbeantwortet.

In der Branche wird zudem spekuliert, Signa habe Beziehungen zu Kasachstan. In der Tat teilte Alfred Gusenbauer, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler und Vorsitzender des Signa-Beirats, Anfang 2011 mit, er berate die kasachische Regierung. Benko sagte jedoch: "Zwischen Signa und Kasachstan gibt es keine Verbindung." Es sei eine "rein österreichisch-deutsche Gruppe, mit Ausnahme des internationalen Investors Economou", die für Kaufhof biete.

Gegenwind bekommt Benko auch von dem zweiten Kaufhof-Interessenten, Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen. In einem "FAZ"-Interview stellte er infrage, dass Signa als Immobilieninvestor ein Interesse am operativen Warenhausgeschäft habe. Zudem kritisierte er, die Metro bevorzuge Signa im Verkaufsprozess. Neben Benko und Berggruen hat auch ein Konsortium um Ex-Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban für Kaufhof geboten.
Gerangel um Führungsspitze.

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