SNCF droht Millionenstrafe
Französische Staatsbahn wegen Diskriminierung verurteilt

Hunderte Einwanderer aus Marokko soll die französische Staatsbahn SNCF in Arbeitsverträgen diskriminiert haben. Sie klagten – und bekamen recht. Die SNCF könnte der Fall Millionen kosten.

ParisWegen der Diskriminierung hunderter Angestellter marokkanischer Herkunft ist die französische Staatsbahn SNCF zu Entschädigungszahlungen verurteilt wurden. Das Pariser Arbeitsgericht sprach den meisten von mehr als 800 Klägern am Montag Schadenersatz zwischen 150.000 und 230.000 Euro zu, wie ein Kläger-Vertreter sagte. Die SNCF könnte der Fall damit rund 150 Millionen Euro kosten.

Die marokkanischen Einwanderer waren Anfang der 70er-Jahre von der SNCF eingestellt worden. Sie erhielten zwar unbefristete Arbeitsverträge, aber nicht den vorteilhaften Status von Eisenbahnern, der Europäern oder jungen Neueingestellten vorbehalten war. Das Pariser Arbeitsgericht verurteilte die SNCF deswegen nun wegen „Diskriminierung bei der Ausführung des Arbeitsvertrags“ und Diskriminierung bei den Rentenansprüchen, wie es im Urteil heißt.

Die Anwältin der Kläger, Clélie de Lesquen, sprach von sehr sehr schönen Entscheidungen“. Ahmed Katim, der 1972 von der SNCF eingestellt wurde, brach nach Bekanntwerden des Urteils in Tränen aus: „Das ist eine gewaltige Befriedigung, das bedeutet Würde für die Marokkaner.“ Mohamed Ben Ali sagte, er fühle sich jetzt „zu 100 Prozent wie ein Bahner“. „Das ist etwas Großes: Sie erkennen den Unterschied an, den die SNCF zwischen uns und den Franzosen gemacht hat.“

Die SNCF-Anwälte wollten sich zunächst nicht äußern. Die Staatsbahn könnte gegen das Urteil Berufung einlegen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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