Söldnerfirma unter Verdacht
Blackwater schickte Mitarbeiter in den Tod

Die amerikanische Sicherheitsfirma Blackwater gerät immer weiter ins Zwielicht. Nach Angaben von US-Behörden waren Mitarbeiter der privaten Söldnerfirma allein 2007 in 56 Schießereien verwickelt. Doch auch das Management steht unter Verdacht. Eine Untersuchung zeigt: Vier Mitarbeiter fuhren in den sicheren Tod, weil das Unternehmen an Ausrüstung sparte.

HB DÜSSELDORF. Ein US-Untersuchungsausschuss kommt zu dem Schluss, dass die US-Sicherheitsfirma Blackwater im Irak vier ihrer eigenen Mitarbeiter durch Sparmaßnahmen und schlampige Vorbereitung in den Tod geschickt hat. „Blackwater hat sein Team ohne ausreichend geschützte Fahrzeuge und ohne die nötigen Maschinengewehre in die Mission geschickt“, heißt es in dem Bericht des US-Kongresses. „Dieses Verhalten wirft schwerwiegende Fragen über die Beschäftigung von gewinnorientierten Unternehmen in Kriegszonen auf.“

Die USA haben große Teile von Sicherheitsleistungen im Irak an private Firmen outgesourct. Die US-Verwaltung im Irak wäre ohne Blackwater handlungsunfähig, weil die Beamten sich ohne den Schutz von Blackwater im Irak praktisch nicht bewegen können. Das Auftragsvolumen des Unternehmens liegt bei mehr als einer Milliarde Dollar. Wie hoch der Gewinn von Blackwater ist, bleibt unbekannt. Der Untersuchungsausschuss in Washington wirft nun jedoch ein Licht darauf, dass offenbar aus Kostengründen an der Sicherheit der Mitarbeiter gespart wird. Hintergrund ist einer der spektakulärsten und grausamsten Vorfälle, den es bisher im Irak gab.

Am 31. März 2004 wurden vier Mitarbeiter von Blackwater von irakischen Aufständischen erschossen. Die beiden Fahrzeuge der Amerikaner waren in Falludscha im Stau steckengeblieben und ihre Insassen offenbar nicht in der Lage, sich zu verteidigen. Nachdem die Aufständischen die Blackwater-Mitarbeiter erschossen hatten, wurden die vier Amerikaner von einer aufgebrachten Menge verbrannt, teilweise in Stücke gerissen und durch die Straßen von Falludscha gezogen. Zwei Leichen hängte man von einer Brücke.

Die Bilder einer wild gewordenen irakischen Meute, die amerikanische Leichen schändet und zur Schau stellt, gingen um die ganze Welt. Sie gelten als Auslöser für eine Großoffensive der Amerikaner wenige Tage später. Am 4. April 2004 starteten die USA die Schlacht von Falludscha. Innerhalb von vier Wochen starben 36 US-Soldaten, 200 irakische Rebellen und 800 irakische Zivilisten.

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