„Solidaritätsbeitrag“ zur Sanierung des Kaufhauskonzerns gefordert - Buchverleger wehren sich
Karstadt will Verlagen Rabatte abpressen

Der Warenhauskonzern Karstadt-Quelle verlangt wegen seiner schwierigen wirtschaftlichen Situation von den großen Buchverlagen einen Sonderrabatt.

HB DÜSSELDORF. Wie das Handelsblatt aus der Branche erfuhr, fordert Karstadt einen „Solidaritätsbeitrag“ von drei Prozent auf den Gesamtumsatz über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Verlage lehnen die Forderung einhellig ab.

„Ab einem bestimmten Volumen sprechen wir mit allen Verlagen“, bestätigte Karstadt-Sprecher Jörg Howe. Betroffen sind damit hauptsächlich Verleger mit Bestseller-Autoren. Nur kleinere Buchverlage bleiben ganz vom Preisdruck verschont. Zum Stand der Gespräche wollte Karstadt keine Stellung nehmen. Konzernsprecher Howe sagte nur: „Es handelt sich um ganz normale Gespräche. Dabei geht es um Konditionen.“

Die Forderung stürzt die Verlage in ein Dilemma. Einerseits hat Karstadt als viertgrößter Buchhändler Deutschlands mit einem Jahresumsatz von 132 Mill. Euro eine riesige Einkaufsmacht. Andererseits sind die Verlage angesichts der schwachen Branchenkonjunktur bei den Rabatten an der Schmerzgrenze. „Wir wollen einen Partner wie Karstadt nicht verlieren, aber wir sind am oberen Ende unserer Möglichkeiten“, sagte Karlheinz Jungbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Verlagsgruppe Lübbe. „Karstadt steht bereits an der Spitze der Konditionen, die das Buchpreisbindungsgesetz erlaubt“, sagte der Verleger von Erfolgsautoren wie Dan Brown. Ein anderer Buchkonzern bestätigte: „Es gibt keinen Spielraum. Wir werden keine Kompromisse machen.“ Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte: „Die Verlage können auf ein solches Angebot nicht eingehen.“ Der Verband befürchtet ein Marktungleichgewicht zum Nachteil anderer Händler.

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