Späte Ernte
Kartoffeln so teuer wie seit Jahrzehnten nicht

Kartoffeln sind deutlich teurer geworden. Der Erzeugerpreis für 100 Kilo liegt bei 65 Euro - statt wie im Vorjahr bei 25 Euro. Im Supermarkt kostet ein Kilo Kartoffeln bis zu 50 Prozent mehr. Schuld ist das Wetter.
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Bonn/HalleDer lange Winter und der verregnete Frühling machen Kartoffeln in diesem Sommer ungewöhnlich teuer. Die Kunden müssten im Laden zur Zeit für ein Kilo Frühkartoffeln im Schnitt 1,45 Euro zahlen, sagte der Marktanalyst Christoph Hambloch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Vor einem Jahr seien es 90 Cent pro Kilo gewesen.

Kartoffeln wurden in diesem Jahr wegen des kalten und nassen Wetters später als sonst gepflanzt, erst jetzt ist die Ernte angelaufen. Zudem habe es weniger Importe aus Anbau-Ländern wie Spanien und Ägypten gegeben, weshalb das Angebot an Frühkartoffeln nun knapp sei, sagte Hambloch.

Spaniens Landwirte würden wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten immer weniger Kartoffeln anbauen. Die Lieferanten in Ägypten hätten sich in diesem Jahr nicht auf den hohen Bedarf in Deutschland eingestellt, sondern sich stärker auf den russischen Markt konzentriert, wo andere Kartoffelarten bevorzugt würden als hierzulande.

Die Produzentenpreise in Deutschland haben sich laut Hambloch im Vergleich zum vergangenen Jahr verdoppelt. Aktuell würden die Landwirte in Rheinland-Pfalz für 100 Kilogramm Frühkartoffeln 65 Euro nehmen, vor einem Jahr seien es 32 bis 33 Euro gewesen. Die Preise beziehen sich auf lose Ware, die an Abpackstationen geht.

Die Überschwemmungen im Süden und Osten Deutschlands spielen laut Hambloch keine Rolle für die Kartoffelernte. An den Flussufern gebe es so gut wie keine Kartoffeläcker.

Die Deutschen werden wohl den ganzen Sommer lang beim Kartoffeleinkauf tiefer in die Tasche greifen müssen, bis die Ernte abgeschlossen und die Lager - auch mit Exportware - gefüllt sind: "Aus heutiger Sicht werden die Kartoffelpreise bis Mitte September wieder ein normales Niveau erreicht haben", sagte Hambloch der AFP. "Bis dahin bleiben sie aber auch teurer als sonst."

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • "Leben Sie nur von Linsen???" - Nein, sie sind meine Kohlenhydrate-Alternative. Gerade esse ich gedämpften Blumenkohl mit Olivenöl und rohen, roten Zwiebeln da sie krebsvorbeugend im Darm wirken. Morgens wechsele ich ab zwischen saisonalem Obst, meist geschnitten und mit Olivenöl beträufelt. Oder Sauerkraut mit geriebenen Karotten, plus Olivenöl. Kein Brot mit Marmelade etc. Schwachsinn der Werbeindustrie.Gibt es keine Obstsaison ist meist das mein Frühstück mit Grüntee. Zu aller Erst nach dem Aufstehen: 1 Glas Wasser zur Magenankurbelung - Kaffee: modischer Unsinn. Bei genug Bewegung ist man sofort wach, alles entbehrlich. Bis auf Erdbeeren, Aprikosen (Frankreich) kein Obst weil meist mit Pestiziden bespritzt und langfristig jede Magensäure attackierend bis hin zu Magenkrebs, der mit der schlechtesten Diagnose neben Bauchspeicheldrüsenkrebs. So alle Gemüse durch, jedes zu seiner Saison. Blumen-Rosenkohl, Broccoli, Karotten als Snack statt den Schwachsinn Keckse, kein Fleisch, Fisch nur selektiv und nie geräuchert (Darmkrebsrisiko auf lange Sicht). Auch Linsen kann man attraktiv machen. Beispielsweise mit in Edelstahlpfanne (Teflon hat krebserregende Schichten) nur goldbraun gedünsteten Zwiebeln oder raffinierter: Ingwerstückchen wie Zwiebeln klein geschnitten: wunderbar. Erkältung: nur Ingwer pur oder in Tee Stücke einlegen. Besser als gezuckerte BonBons - Schwachsinn diese Industrie! Tee nur OHNE AROMEN=Kräutertee, Grüner Tee, Weißer Tee...Ingwertee selbst gemacht...Keine Zuckersäfte. Auch an Weihnachten, Silvester, Geburtstag, neben anderen am Sommergrill: IMMER! :-) Wenn einem die eigene Gesundheit etwas WERT ist.

  • Monsanto hat die mit windfliegenden Sojasprossen in den letzten 20 Jahren bis zu seinem (offiziellen) Abzug aus Europa - noch immer will das Unternehmen über die EU Marktrechte an Mais sichern! - sicherlich auch gedüngt. Der saure Regen, schon in Vergessenheit geraten, spielt sein Übriges. Besonders bei zunehmender Kohleenergie anstelle von Atomenergie. Aber, ach ja...Sie schreiben sicherlich von der Insel St. Helena, wo ständig Atlantikwind stürmt, Napoleon kurze Zeit sehr autark lebte, daher können Sie ja auch mit Internetanschluss antworten..

  • Man vergleiche:

    -Reissalat
    -Nudelsalat
    -Kartoffelsalat

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