„Spiegel“, „Gala“ & Co.
Coop stoppt Verkauf deutscher Magazine

Der hohe Franken-Kurs hat Auswirkungen an vielen Schweizer Kiosken. Die Handelskette Coop will manche Zeitschriften aus der Euro-Zone nicht mehr verkaufen. Betroffen ist unter anderem „Der Spiegel“.
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Basel/HamburgWegen eines Streits über die Preisgestaltung hat die Schweizer Handelskette Coop den Verkauf von 13 Zeitschriften aus Euro-Ländern gestoppt - darunter auch deutsche Blätter wie „Spiegel“, „Gala“ und „Freizeit Revue“. Der zweitgrößte Kioskbetreiber der Schweiz begründete den Schritt mit aus seiner Sicht ungerechtfertigt hohen Preisen für deutsche sowie auch französische und italienische Magazine. Hintergrund ist der zuletzt stark gestiegene Franken-Kurs.

Der Spiegel-Verlag stellte sich am Mittwoch in Hamburg hinter eine Reaktion des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). „Mit dem willkürlichen Entfernen von Zeitschriftentiteln aus dem Sortiment verstößt Coop in diskriminierender Weise gegen bestehende Verträge. Der Leser, der ein vielfältiges Presseangebot sucht, wird sich anderen Anbietern zuwenden.“

Auch Gruner + Jahr als Herausgeber der „Gala“ äußerte sich entsprechend und ergänzte, dass der Verlag auf die Wechselkursschwankungen einzelner Währungen - und zwar in beide Richtungen - in seinem Auslandsgeschäft nicht kurzfristig reagieren werde.

Nachdem die Schweiz Mitte Januar die Bindung des Franken an einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufhob, ist die Eidgenossen-Währung stark im Wert gestiegen - derzeit liegt der Euro-Kurs bei nur noch 1,06 Franken. „Coop hat deshalb die ausländischen Verlage aufgefordert, die Euro-Vorteile weiterzugeben“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Den Schweizer Kunden sei nicht vermittelbar, „dass hier die Verlage den Vorteil in die eigene Tasche spülen“.

Nach Angaben von Coop beträgt der festgelegte Preis zum Beispiel für das Magazin „Der Spiegel“ in der Schweiz 7,40 Franken - also 6,93 Euro statt 4,60 Euro in Deutschland. Coop erwarte, dass von den Verlagen „der Euro-Vorteil weitergegeben wird, also zehn bis 20 Prozent“. Bei anderen Schweizer Händlern sind die betroffenen Titel weiter im Angebot.

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