Staatliche Fördertöpfe verhelfen erneuerbaren Energieträgern zu enormen Wachstumsaussichten
Strom aus Sonne und Biogas boomt

Das Bundesumweltministerium sah sich bestätigt. „Die erneuerbaren Energien legen weiter kräftig zu“, meldete das Haus von Jürgen Trittin vergangene Woche. Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Deutschland erstmals zehn Prozent des Stroms aus regenerativen Energieträgern erzeugt. Im vorigen Jahr lag der Anteil noch bei 7,9 Prozent.

DÜSSELDORF. Die rot-grüne Bundesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigern. Nach ihren Plänen soll der Anteil bis zum Jahr 2010 auf mindestens 12,5 Prozent klettern. Langfristiges Ziel ist es, bis 2050 mindestens 50 Prozent zu erreichen.

Dafür wurde die Förderung zum 1. August dieses Jahres kräftig erhöht. Die Photovoltaik liefert zwar nur rund ein Prozent des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms, gehört jedoch zu den am schnellsten wachsenden Bereichen. Künftig können Erzeuger von Solarstrom 45,7 Cent pro Kilowattstunde als Grundvergütung erhalten, mit Zulagen sind sogar bis zu 62,4 Cent möglich. Für kleine Wasserkraftanlagen gibt es 9,67 Cent pro Kilowattstunde, und Betreiber von Biogasanlagen erhalten bis zu 17,5 Cent. Die Förderung gilt für jeweils 20 Jahre.

Wer „grünen Strom“ erzeugt und in das öffentliche Netz einspeist, erhält die Förderung von den regionalen Stromversorgern, die diese Kosten wiederum auf alle Stromverbraucher umlegen. 1,9 Mrd. Euro kamen so nach Berechnungen des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft im vergangenen Jahr zusammen.

Der Verband moniert, dass die Mehrkosten für die Verbraucher ständig gestiegen seien und der Marktwert des eingespeisten Stroms nur ein Drittel der Förderung betrage. Umweltminister Trittin relativiert die Belastungen: „Es bleibt dabei, dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund einen Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“

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