Stabiler Umsatz erwartet
Rewe will vor allem in Russland expandieren

Zumindest einen stabilen Umsatz erwartet Deutschlands zweitgrößter Lebensmitteleinzelhändler Rewe in diesem Jahr. Das sagte der neue Rewe-Chef Achim Egner am Dienstag in Köln. Zugleich gab er bekannt, das Rewe weiter in Osteuropa expandieren will und in Russland „richtig Gas geben wird“.

HB KÖLN. Entgegen den bisherigen Erwartungen zeichne sich im zweiten Halbjahr noch keine spürbare Belebung der Geschäfte ab, sagte Egner. „Wir werden das Vorjahr beim Umsatz auf alle Fälle erreichen“, sagte er. 2004 hatte die genossenschaftlich organisierte Gruppe den Gesamtumsatz um 4,13 Prozent auf die Rekordmarke von 40,8 Milliarden Euro gesteigert, was vor allem einem 13-prozentigen Plus im Ausland zuzuschreiben war. Im ersten Quartal war der Umsatz noch um 2,3 Prozent gestiegen. Zur Ergebnisentwicklung wollte Egner sich nicht äußern.

Nach dem Rückzug aus dem Schweizer Einzelhandel und dem Verkauf seiner Penny-Märkte in Frankreich will der neue Rewe-Chef verstärkt in Osteuropa und vor allem Russland investieren. „Wir prüfen derzeit einiges in Richtung Osteuropa.“ Russland sei noch auf Jahre hinaus eine der wachstumsstärksten Regionen. „In Russland geben wir jetzt richtig Gas und überlegen auch, ob wir dort noch mit einer weiteren Vertriebsform reingehen.“ Auch in Bulgarien werde Rewe verstärkt investieren.

Im Juli war Rewe mit zunächst 18 Billa-Märkten in Russland gestartet. Mit seinem Joint-Venture-Partner Marta plant Rewe in den nächsten Jahren, auch über den Großraum Moskau hinaus zu expandieren. „Wir werden aber nicht mehr jedes Jahr in ein neues Land gehen, sondern stärker verdichten.“ In jedem Land wolle Rewe zu den ersten drei Lebensmittelhändlern gehören.

Allerdings wolle die Gruppe nicht um jeden Preis wachsen, sondern konzentriere sich auf die Stärkung ihrer Ertragskraft. „Wir brauchen eine höhere Profitabilität und niedrigere Kosten. Viele Wettbewerber sind schlanker aufgestellt.“ Deshalb seien noch große Veränderungen in dem komplexen genossenschaftlichen Unternehmen notwendig. „Wir brauchen zum Beispiel nicht zwei getrennte Vertriebsstrukturen, eine für die selbständigen Kaufleute und eine andere für die Filialbetriebe.“

Rewe umfasse auch noch zu viele Marken. Neben den inhabergeführten Rewe-Supermärkten gehören unter anderem Penny, miniMal, HL, toom, ProMarkt und Vierlinden zur Gruppe. Im Ausland gibt es weitere Marken.

Große Hoffnungen setzt Rewe auch auf die Einführung von Funketiketten, den so genannten RFID (Radio Frequency Identification). Die Chips werden auf ganze Paletten oder einzelne Produkte geklebt und ermöglichen unter anderem eine Zeit sparende Belieferung der Märkte und tagesaktuelle Zahlen zum Verkauf. Die Technik bedeute einen „Quantensprung“ in der gesamten Logistikkette vom Hersteller über die Lager bis in die Regale, sagte Egner. Rewe will noch in diesem Jahr mit 30 bis 40 Lieferanten die RFID-Technik einführen, 2006 sollen möglichst schon 180 Lieferanten dazugehören.

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