Standort Hauptstadt
Lufthansa verschärft Wettbewerb mit Air Berlin

Die EU-Kommission hat die geplante Fusion der beiden griechischen Fluggesellschaften Olympic Air und Aegean Airlines verboten.
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Eine neue Stabsstelle des Lufthansa-Vorstands soll den Ausbau des Standortes Berlin prüfen. Lufthansa, in Europa gemessen an den Passagierzahlen die größte Fluggesellschaft, will in Berlin mächtig angreifen. Das Unternehmen schafft eine neue Stabsstelle, die sich um den Ausbau des Standortes kümmern soll. Die Aufgabe übernimmt Josef Bogdanski. Er wird direkt an Carsten Spohr berichten, seit Jahresbeginn Chef des Passagiergeschäfts und Mitglied des Konzernvorstandes.

Der Angriff dürfte sich nicht zuletzt gegen den Erzrivalen Air Berlin richten. Dieser hat sich über die Jahre eine dominierende Rolle im Luftverkehr von und in die Bundeshauptstadt erarbeitet. Damit nutzte das Management um Firmengründer und Vorstandschef Joachim Hunold bewusst eine Lücke, die Lufthansa hinterlassen hatte. Der Kranich hatte die Bedeutung Berlins bislang klein geredet. Die Begründung: Der so genannte Quellmarkt, also die Zahl der Passagiere aus der Region, sei einfach zu gering. Das gilt nicht zuletzt für die wichtigen Geschäftskunden.

Zwar haben sich diese Rahmenbedingungen nicht verändert. Nach wie vor ist Berlin wirtschaftlich eine schwache Region. Dennoch will Lufthansa die Marktmacht des Rivalen in Berlin offensichtlich nicht mehr länger akzeptieren, zumal mit der Aufnahme von Air Berlin in der Allianz One World rund um British Airways der Wettbewerb noch zunehmen dürfte. Künftig will Lufthansa deshalb in Berlin operativ eine stärkere Präsenz zeigen, wohl auch mit Blick auf wichtige politische Entscheidungsträger. Wie genau das geschehen soll, das wird nun untersucht. "Die Ergebnisse sollen aber noch zur Eröffnung des neuen Flughafens BBI umgesetzt werden", heißt es bei Lufthansa.

Unter anderem werde der Aufbau eines  Drehkreuzes in Berlin geprüft, so ist aus Lufthansa-Kreisen zu hören. Genau das plant der Rivale Air Berlin. Lufthansa hat mit Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel allerdings bereits fünf Drehkreuze. Denkbar, so wird berichtet, sei aber auch die Gründung einer Lufthansa Berlin, nach dem Vorbild der vor zwei Jahren gegründeten Lufthansa Italia.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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