Starbucks in Schwierigkeiten
Der Kaffeeröster und die Expansionswut

Die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks ist von Kopf bis Fuß auf Wachstum eingestellt. Die Zahl ihrer Kaffeehäuser steigt stetig, in den nächsten vier Jahren will sie weitere 10 000 neue Filialen eröffnen. Durch die Konzentration auf Wachstum hat Starbucks jedoch die Qualität des Kaffees aus den Augen verloren. Wettbewerber wittern bereits ihre Chance.

je PORTLAND. Starbucks-Anleger haben kalte Füße bekommen. Trotz allgemein freundlicher Börse sackte der ehemalige Börsen-Überflieger seit Ende vergangenen Jahres von 40 auf gut 26 Dollar ab.

Nun bläst Starbucks auch noch zur Großoffensive im Internet. Ein Kooperationsabkommen mit Apple soll Kunden anlocken. Seit Dienstag verteilt das Unternehmen in seinen US-Kaffeebars Gutscheine, mit denen Starbucks-Kunden kostenlos Songs bei Apples Musikdienst iTunes herunterladen können. Die Interpreten sind Künstler von Starbucks' eigenem Label „Hear Music“. Dazu gehören so bekannte Namen wie Paul McCartney, Joni Mitchell, Joss Stone und Dave Matthews. 50 Mill. Song-Gutscheine will der Kaffeekonzern bis zum 7. Oktober verteilen, bei 99 Cent pro Song ist das eine fast 50 Mill. Dollar teure Marketingaktion.

Zudem startet Starbucks in diesen Tagen in insgesamt 600 Filialen ein Versuchsprogramm, das es Kunden erlaubt, über das lokale Funknetzwerk Titel aus der laufenden Hintergrundmusik auf ihr iPhone oder ihren iPod herunterzuladen. Die Musik liefert das Starbucks-Label, die Quittung kommt mit der Telefonrechnung.

Hear Music ist Teil der Unterhaltungstochter Starbucks Entertainment, die mittlerweile 37 Interpreten unter Vertrag hat. Sie verkauft ihre CDs in Starbucks-Filialen und betreibt bei dem Satellitensender XM einen eigenen Musikkanal. Spartenchef Ken Lombard hüllt sich über den Musikabsatz in Schweigen.

Starbucks wurde damit groß, dass sie statt einer braunen Brühe, die noch vor 20 Jahren in den USA eimerweise getrunken wurde, wohlschmeckende Kaffeekreationen mit eigener Nomenklatur anbot. Das Kaffeesortiment umfasste Dutzende von Sorten, die „Baristas“ (Barfrauen und-männer) brauten die Getränke von Hand aus frisch gemahlenem Kaffee. Kaffee-Guru Schultz sieht seine Starbucks-Filialen als „drittes Zuhause“ seiner Kunden – neben ihrer Wohnung und dem Arbeitsplatz. Entsprechend hält Schultz das Wachstumspotenzial für grenzenlos. Der Konzern hat rund 14 000 Kaffeehäuser in 43 Ländern, und setzt pro Jahr an die zehn Milliarden Dollar um. 10 000 Starbucks gibt es allein in den USA und Kanada. Langfristig sollen es weltweit 40 000 Filialen werden.

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