Stellenabbau
Güterbahn geht auf Schrumpfkurs

Die Deutsche Bahn will im Schienengüterverkehr massiv Stellen abbauen. Bahnchef Rüdiger Grube hatte bereits bei der Präsentation der Halbjahreszahlen Ende August radikale Sparmaßnahmen angekündigt. Nun hat der Konzern, der für das Gesamtjahr rote Zahlen erwartet, seine Pläne zum ersten Mal öffentlich konkretisiert.

DÜSSELDORF. So sollen beim bereits avisierten Umbau der Sparte DB Schenker Rail knapp 4 000 der rund 28 000 Arbeitsplätze vor allem in Deutschland wegfallen.

„Allein aus den geringeren Transportaufträgen ergibt sich bislang, dass für rund 2 400 Beschäftigte dauerhaft keine Arbeit da ist“, erklärt Transport- und Logistikvorstand Karl-Friedrich Rausch in der Oktoberausgabe der Konzern-Mitarbeiterzeitung. Hinzu komme „ein struktureller Anpassungseffekt von weiteren 1 500 Arbeitsplätzen“. Auch der „derzeitige dramatische Preiskampf“ mit den Lastwagen-Speditionen vernichte weitere Arbeitsplätze bei der Güterbahn.

Ohnehin muss die Bahn die Kurzarbeit mehr ausweiten, als sie noch im August erwartet hatte. Damals hatte Grube zum Jahresende 10 000 Kurzarbeiter angekündigt. Doch nach aktuellen Konzernangaben sind derzeit 11 500 Beschäftigte im Gesamtkonzern betroffen, 8 500 davon bei Schenker Rail und 1 300 in der Instandhaltung. Nach wie vor sind 35 000 Güterwagen abgestellt, weil das Frachtaufkommen gesunken ist.

Der Schienengüterverkehr hatte als einzige der großen Konzernsparten im ersten Halbjahr 2009 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von minus 121 Mio. Euro eingefahren. Nachdem das Spartenergebnis in der Boomzeit vor der Krise in den Jahren 2007 und 2008 einen operativen Gewinn von jeweils mehr als 300 Mio. Euro erreicht hatte, rechnet die Bahn in diesem Geschäftsjahr mit einem Verlust. DB Schenker Rail habe in 2009 „infolge der wirtschaftlichen Situation ein erhebliches Ergebnisproblem“, sagte der für die Neuausrichtung der Sparte verantwortliche Projektleiter Mirko Pahl in der Mitarbeiterzeitung von Schenker Rail. Für den Gesamtkonzern hatte Bahnchef Grube bei der Vorlage der Halbjahreszahlen keine Jahresprognose abgegeben, aber als Ziel schwarze Zahlen genannt.

Die Güterbahn stellt sich jedoch auf einen Rückgang der Transportnachfrage um fast ein Fünftel ein, zitiert die Mitarbeiterzeitung den Schenker-Rail-Personalvorstand Rudolf Müller. Die Beschäftigungsperspektiven in Deutschland seien deshalb „sehr unsicher“.

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