Stellenabbau hier, Stellenaufbau dort
Bahn lässt Arbeitsplätze wandern

„Schlichtweg Unsinn“ seien Meldungen über einen massiven Stellenabau, schnaubt die Bahn, nachdem ein angebliches Papier über die Streichung tausender von Stellen an die Öffentlichkeit gedrungen war. Doch an den Berichten ist mehr dran, als die Bahn einräumt. Gesprächiger ist der Konzern beim Transrapid - dort stellt er ein Ultimatum.

HB BERLIN. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale ließ am Freitag mitteilen, von einem Abbau von Mitarbeitern könne „überhaupt keine Rede sein“. Bis mindestens zum Jahr 2010 sei die Beschäftigung im Konzern gesichert. Spekulationen über betriebsbedingte Kündigungen entbehrten deswegen jeder Grundlage. Tatsache sei, dass in der Mittelfristplanung von 2007 bis 2011, die der Aufsichtsrat am Freitag beschlossen hat, die Zahl der Beschäftigten von derzeit rund 230 000 nahezu gleich bleiben werde.

Zu den Details des brisanten Papiers („Mittelfristplanung“) verlor Suckale indes kein Wort. Darüber hatte die Nachrichtenagentur Reuters zuvor berichtet: Bis 2011 sollten in den Sparten Personenverkehr, Schienengüterverkehr und Schienennetz 12 500 Stellen wegfallen. Dagegen solle die internationale Logistik der Tochter Schenker (Lkw, Schiff, Flugzeug) massiv ausgebaut werden: Insgesamt 12 200 neue Stellen soll es dort geben.

„Die größten Veränderungen (Personalaufbau) ergeben sich planerisch in den Regionen Asien/Pazifik, Osteuropa, Zentraleuropa und Westeuropa“, heißt es laut Reuters in den Unterlagen. In Deutschland sollen davon aber nur rund 2 000 Stellen entstehen. Im Klartext: Der Konzern will vor allem im Ausland neue Stellen schaffen und im Inland streichen.

Personalvorstand Suckale räumte ein, dass „in einigen Geschäftsfeldern durch natürliche Fluktuation frei werdende Arbeitsplätze nicht wieder besetzt“ würden. Auch ein Bahnsprecher, der die Meldung über einen großen Stellenabbau erst schlichtweg Unsinn nannte, gestand ein, dass Verschiebungen innerhalb des Konzerns möglich seien.

Betriebsbedingt kann die Bahn ihren Mitarbeitern in den kommenden Jahren ohnehin nicht kündigen: Der Konzern hat mit der Gewerkschaft Transnet vereinbart, dass bis 2010 niemand betriebsbedingt den „Blauen Brief“ erhält.

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