"Strategie 2015"
Karstadt-Mitarbeiter können aufatmen

Gute Nachricht für die Beschäftigten des geretteten Karstadt-Konzerns: Der Umbau der Warenhauskette soll ohne Standortschließungen und personelle Einschnitte über die Bühne gehen.
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EssenDie Neuausrichtung der Warenhauskette soll ohne Filialschließungen und Einschnitte beim Personal erfolgen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dapd aus Kreisen der Beteiligten.

Der seit Januar amtierende Konzernchef Andrew Jennings hatte in den vergangenen Monaten eine „Strategie 2015“ für das erst vor kurzem der Insolvenz entronnene Traditionsunternehmen erarbeitet. Die neue Strategie werde „den Kunden in den Mittelpunkt allen Handels“ stellen, hatte vor einigen Wochen bereits der neue Eigentümer von Karstadt, der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, verraten. Details blieben allerdings zunächst unbekannt.

Doch plant Jennings offenbar keine spektakulären Änderungen. Es handele sich bei der „Strategie 2015“ eher um einen Prozess der kleinen Schritte. Das Konzept sei eine akribische Fleißarbeit, hieß es nach der Präsentation. Bereits am Mittwoch hatte der Manager sein Konzept dem Aufsichtsrat präsentiert. Am Freitag wurden auch die Beschäftigen der Hauptverwaltung und die Führungskräfte über die Pläne unterrichtet.

Jennings gehe es darum, vorhandene Stellschrauben neu zu justieren, um Karstadt wieder zum Kundenmagneten zu machen, berichtete „Die Welt“ auf ihrer Online-Seite. In einer früheren Mitteilung an die Führungskräfte habe Jennings bereits deutlich gemacht, dass das Onlinegeschäft deutlich nach vorne gebracht werden solle. Außerdem solle demnach der Einsatz der Mitarbeiter flexibler an das Kundenaufkommen angepasst werden. Auch größere Leistungsanreize für die Verkäufer seien geplant.

Unter Zeitdruck

Karstadt betreibt in Deutschland derzeit noch 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und drei Luxus-Kaufhäuser. Über die aktuelle Lage der Warenhauskette ist wenig bekannt. Seitdem der Investor Berggruen im Herbst 2010 die Kontrolle über das angeschlagene Unternehmen übernahm, dringen kaum noch Informationen nach außen. Berggruen selbst sagte vor wenigen Wochen lediglich, das Unternehmen liege bei der Sanierung „im Plan“ und solle in einem Jahr „profitabler“ sein. Bislang profitiert das Unternehmen noch vom Sanierungstarifvertrag, der die Personalkosten pro Jahr um rund 50 Millionen Euro reduziert. Doch der läuft Mitte kommenden Jahres aus.

Mit der Berufung von Jennings hatte Berggruen in der Branche für Überraschung gesorgt. Denn der Brite gilt zwar als erfolgreicher Sanierer, ist aber mit dem deutschen Markt nicht vertraut. Dabei hatte sich der Einzelhandel hierzulande bislang als schwieriges Pflaster für angelsächsische Manager erwiesen. So scheiterten der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart und die britische Kaufhauskette Marks & Spencer mit ihren Expansionsplänen im deutschen Einzelhandel.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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