Strategiewechsel
Steigenberger hofft mit neuen Hotels auf alten Glanz

Nach dem Ausstieg der Gründerfamilie Steigenberger wagt die neue Führung der Hotelkette den Neuanfang - und will expandieren. Für die Luxusmarke Steigenberger strebe das Management bevorzugt Standorte wie Paris oder London an.
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FRANKFURT. Arco Buijs, ein hoch aufgeschossener Niederländer, ist voller Zuversicht: "Die Steigenberger Hotels and Resorts und Intercity-Hotels sollen die am schnellsten wachsenden Marken in den Segmenten Luxus und Mittelklasse in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden", sagte der Vorstandschef der Steigenberger Hotels gestern in Frankfurt.

Seit Juli führt der Holländer Buijs die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft, die wie kaum eine andere deutsche Hoteltradition repräsentiert. Der Name Steigenberger ist allerdings nur noch Etikett. Fast 80 Jahre bestimmte die Familie des Gründers Egon Steigenberger die Geschicke des Hotelkonzerns, der neben 46 Luxushotels auch Betreiber der bislang 32 Intercity-Hotels ist. Im vergangenen Jahr veräußerte die Familie ihre Aktien an den ägyptischen Touristikunternehmer Hamed El Chiaty. Dessen Familie ist Eigentümer der Travco Group, eines Tourismus-Imperiums, das neben Hotels im Nahen und Mittleren Osten und Nilkreuzfahrtschiffen auch Partner des Reisekonzerns Tui für die Betreuung deutscher Urlauber in ihren arabischen Zielgebieten ist.

Der Verkauf hatte den Steigenberger-Konzern im Jahr der Finanzkrise für Monate beeinträchtigt. Prominentestes Opfer des Neubeginns war der Schweizer Hotel-Manager André Witschi, der erst kurz vor dem Eigentümer-Wechsel zum Vorstandschef berufen worden war. Der in der Branche angesehene Manager, der zuvor Chef des größten deutschen Hotelbetreibers Accor Deutschland, Tochter des gleichnamigen französischen Konzerns, gewesen war, war in einer Nacht- und Nebel-Aktion zum letzten Jahresende vom Aufsichtsrat aus dem Job gekegelt worden. Interimsweise hatte Finanzvorstand Heck die Geschäfte führen müssen.

Lange hatte die Branche nach dem Verkauf gerätselt, was der ägyptische Eigentümer aus seinem deutschen Investment machen wird. El Chiaty hat zwar in der Branche, etwa bei Tui-Chef Michael Frenzel, einen guten Ruf als Touristiker und Hotelier. Doch andererseits heißt es in der Hotellerie auch, die Familie des Ägypters regiere nach Gutsherrenart bei Steigenberger hinein.

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