Streit um Elektrokette
Metro prüft Optionen für Media-Saturn

Verkauf, Börsengang oder Abspaltung? In den Streit um die Zukunft der Metro-Tochter Media-Saturn könnte Bewegung kommen. Auch die Übernahme durch Miteigentümer Kellerhals ist offenbar eine Option.
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FrankfurtIn den festgefahrenen Streit zwischen der Metro und Miteigentümer Erich Kellerhals um die Zukunft der Elektronikkette Media-Saturn könnte Bewegung kommen: Der Handelskonzern prüft einem Medienbericht zufolge die Optionen eines Verkaufs, eines Börsengangs oder eine Abspaltung der Tochter.

Dafür habe sich Metro bei den schwierigen Verhandlungen die Deutsche Bank als Berater an Bord geholt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen berichtete.

Die Lage bei der angeschlagenen Elektronikkette Media-Saturn ist kompliziert, da Metro nur 78 Prozent hält und im Clinch mit dem anderen Großaktionär Erich Kellerhals liegt. Der 74-jährige Media-Saturn-Mitgründer hat weitreichende Vetorechte. Nachdem sich der Machtkampf zwischen beiden Parteien zuletzt noch verschärft hatte, wird jetzt anscheinend ein Ausweg aus der vertrackten Situation gesucht.

Dabei stehe auch eine Übernahme durch Kellerhals, der von der US-Investmentbank Morgan Stanley beraten werde, im Raum. Da der Wert der Elektronikkette auf rund fünf Milliarden Euro taxiert wird, würde er dafür aber wohl die Hilfe eines Investors benötigen. Im Handelsblatt hatte Kellerhals am Mittwoch auf eine rasche Lösung des Gesellschafterstreits gedrängt. „Die Zeit drängt. Das Unternehmen leidet“, sagte er im Interview (hier als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft). „Wenn wir keine Lösung finden, geht es mit Media-Saturn weiter bergab.“

Zu Lösungsmöglichkeiten und Details wollte Kellerhals gegenüber dem Handelsblatt nichts sagen. Nur so viel: „Es gibt sehr gründlich ausgearbeitete Vorschläge meinerseits.“ Er erwarte von Metro-Chef Olaf Koch, dass er diese ergebnisoffen prüfe. „Ich brauche Signale, dass sich etwas bewegt.“

Den Bloomberg-Informationen zufolge wollen sich Metro-Vertreter und Kellerhals in den kommenden Wochen an einen Tisch setzen und die verschiedenen Optionen durchsprechen. Sprecher der beteiligten Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren beziehungsweise waren vorerst nicht erreichbar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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