Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG
"Weltweiter M&A-Markt weiter im Keller“

Der internationale Markt für Firmenfusionen und -übernahmen (M&A) ist nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in der ersten Jahreshälfte weiter deutlich zurückgegangen.

Reuters FRANKFURT. Vor allem in Deutschland seien deutlich weniger Transaktionen abgeschlossen worden als vor einem Jahr, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Studie der KPMG in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Dealogic. Das durch den Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS zusätzlich belastete, ohnehin konjunkturschwache Wirtschaftsumfeld habe sich auch negativ auf den Markt für Firmenkäufe ausgewirkt. Ungeachtet dessen sehen die KPMG-Experten die Möglichkeiten einer Belebung der M&A-Aktivitäten.

Nach Angaben von KPMG gingen im bisherigen Jahresverlauf der Wert der globalen Firmenzusammenschlüsse im Vorjahresvergleich um knapp 19 % auf 464 Mrd. Dollar und die Anzahl abgeschlossener Transaktionen um rund ein Drittel auf 7324 zurück. Damit habe sich der seit Ende 2000 anhaltende Abwärtstrend fortgesetzt. „Der M&A-Markt ist weiter im Keller“, urteilte Thomas Ehren, Leiter des KPMG-Bereichs Corporate Finance. Die Transaktionen bewegten sich nur noch auf dem Niveau von Mitte der 90er Jahre, der Wert grenzüberschreitender Abschlüsse sei um ein Drittel eingebrochen.

In Deutschland sei der Wert der Fusionen und Zusammenschlüsse sogar um mehr als die Hälfte auf 42 Mrd. Dollar gesunken. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2002 habe das Volumen in den ersten sechs Monaten aber immerhin um 17 % zugelegt, hieß es weiter. Betrachtet nach Branchen hätten die Bereiche Informationen, Immobilien und Finanzen deutlich zugelegt, während in den Sektoren industrielle Fertigung und Logistik deutlich Rückgänge zu verzeichnen waren. „Der Anstieg des Transaktionsvolumens bei den Banken und Versicherungen zeigt den hohen Konsolidierungsdruck in diesem Bereich“, so Ehren.

Erneut zugelegt hätten die Firmentransaktionen von Beteiligungsgesellschaften außerhalb der Börse (“Private Equity“), deren Wert sich auf rund 44 Mrd. Dollar belaufen habe. „Gründe dafür sind die niedrigen Bewertungen an den Aktienmärkten, die momentan sehr günstigen Fremdkapitalkonditionen bei der Akquisitionsfinanzierung und die Zurückhaltung vieler potenzieller strategischer Käufer“, sagte Ehren. Immer öfter kämen dadurch Finanzinvestoren zum Zuge.

Nach Einschätzung von Ehren gibt es aber „grundsätzlich“ Anreize, die wachstumsorientierte Unternehmen in den kommenden Monaten zu einer Akquisition bewegen könnten. „Nach dem Ende der Jahresabschlusssaison werden jetzt die strategischen Ziele formuliert, was sich in der zweiten Jahreshälfte auch in den Transaktionen niederschlagen wird.“ Sollte es den Regierungen der Industriestaaten gelingen, die Reformbemühungen auf den Arbeitsmärkten und bei den Sozialversicherungssystemen durchzusetzen, so dürfe auch mit einer Belebung des M&A-Marktes gerechnet werden.

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