Studie des EHI Euro-Handelsinstitutes
Viele Supermärkte fallen Discountern zum Opfer

Dem Vormarsch der Discounter ist innerhalb eines Jahrzehnts in Deutschland mehr als jeder zehnte Supermarkt zum Opfer gefallen.

HB KÖLN.Die Zahl der Supermärkte sank zwischen 1993 und 2003 um 12 Prozent auf 8 620, teilte das EHI Euro-Handelsinstitut am Montag in Köln mit. Die Filialzahl der Discounter stieg im gleichen Zeitraum um 41 Prozent auf 14 200. Dies spiegele sich auch im Marktanteil dieser beiden Vertriebskonzepte im Lebensmitteln-Einzelhandel wider: Während die Supermärkte nur noch für jeden vierten Umsatz-Euro stehen, nehmen die Discounter mit 38,4 Prozent mehr als jeden dritten Euro ein.

„Der Verdrängungsprozess der Supermärkte durch die Discounter hält an und führt zu einem deutlichen Qualitätsverlust in der Nahversorgung der Bevölkerung“, beklagte das EHI. Supermärkte hätten im Vergleich zu den führenden Discounter ein zehn Mal so vielfältiges Sortiment. In bestimmten Bereichen wie Babynahrung oder Reform- und Diätkost sei das Angebot sogar dreißig Mal so groß. Discounter bieten der Studie zufolge ein flaches Sortiment an Schnelldrehern mit durchschnittlich nur 1 256 Artikeln an. Bei Supermärkten dagegen umfasse das Gesamtsortiment im statistischen Mittel 9 251 Artikel.

Der Vormarsch der Discounter führe auch dazu, dass es unter dem Strich weniger Geschäfte und damit Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung gebe. Während in Deutschland vor zehn Jahren zur Versorgung von einer Million Einwohnern 960 Lebensmittelgeschäfte zur Verfügung standen, seien es heute 760. Das sind 21 Prozent weniger.

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