Telekom Austria-Einstieg
America Movil will keine Mehrheit

Der Einstieg des mexikanischen Mobilfunkunternehmens bei Telekom Austria steht vor dem Abschluss. America-Movil-Chef Daniel Hajj kündigte an, zunächst keine Mehrheit beim österreichischen Marktführer anzustreben.
  • 0

WienDer mexikanische Mobilfunkkonzern America Movil strebt zunächst keine Mehrheit an der Telekom Austria und KPN an. „Wir sind mit diesen großen Anteilen an KPN und Telekom zufrieden“, sagte America-Movil-Chef Daniel Hajj dem österreichischen Wochenmagazin „News“ vom Donnerstag. „Derzeit wollen wir einen großen, aber keinen kontrollierenden Anteil. Der erste Schritt ist, mit 25 Prozent einzusteigen und zu helfen, das Unternehmen zu führen“, sagte er mit Blick auf die Telekom Austria.

Ebenso seien Beteiligungen an anderen europäischen Anbietern derzeit kein Thema. „Derzeit gibt es keine anderen Firmen, die wir uns ansehen. Wir führen zurzeit keine anderen Gespräche“, sagte Hajj dem Blatt. Er ist der Schwiegersohn von Carlos Slim - dem reichsten Mann der Welt, der America Movil kontrolliert.

Die Mexikaner wollen rund 26 Prozent an dem österreichischen Marktführer kaufen. Der Einstieg könne „in gut 60 Tagen“ abgeschlossen sein, zeigte sich Hajj optimistisch. Zuvor hatte America Movil auf einen Abschluss des Deals bis zum Jahresende gehofft. Bevor der Mobilfunkriese 26 Prozent an der Telekom übernehmen darf, benötigt er grünes Licht der österreichischen Wettbewerbshüter und des Wirtschaftsministeriums.

Danach sei das Unternehmen an einem zweiten Sitz im Aufsichtsrat der Telekom interessiert. „Das diskutieren wir gerade. Oscar Von Hauske Solis (...) ist der Präsident unserer internationalen Aktivitäten - Telmex International. Es macht Sinn, wenn er in den Aufsichtsrat der Telekom einzieht“, sagte Hajj. Zunächst bleibe der neue Investor über Ronny Pecik im Aufsichtsgremium vertreten. Von ihm kauft America Movil 21 Prozent der Anteile.

Das America-Movil-Management hatte der Telekom zu Wochenbeginn einen Besuch abgestattet und dabei die Führungsriege in Österreich kennengelernt. „Ich bin sicher, wir haben bei der Telekom Austria viel zu verbessern“, sagte Hajj. Allerdings wollten die Mexikaner „nichts ändern, was gut ist“. Die Expansion des österreichischen Branchenführers etwa solle weitergehen. „Wenn es gute Chancen gibt, sind wir sehr dafür.“

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Telekom Austria-Einstieg: America Movil will keine Mehrheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%