Tengelmann geht an Edeka
Gabriel erlaubt die Supermarkt-Fusion

Edeka darf den Supermarkt-Konkurrenten Kaiser’s Tengelmann übernehmen. Das hat das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren. Wirtschaftsminister Gabriel tritt am Nachmittag vor die Presse – wie hart werden die Auflagen?
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BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wird die Fusion von Edeka mit der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann nach Informationen des Handelsblattes aus Branchenkreisen noch im Januar unter Auflagen genehmigen. Man erwarte, dass die Auflagen hart ausfallen, hieß es in den Kreisen weiter. Der Wirtschaftsminister will am Dienstag um 14 Uhr ein Pressestatement dazu abgeben.

Gabriel widersetzt sich damit der Einschätzung der Monopolkommission. Die hatte im August 2015 geurteilt, dass auch eine Ministererlaubnis unter Auflagen und Bedingungen nicht möglich sei. Im April 2015 hatte das Bundeskartellamt die Übernahme der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen durch Edeka untersagt.

Die Behörde fürchtete in zahlreichen Regionen eine erhebliche Wettbewerbsbehinderung. Gabriel muss neben den Wettbewerbsbedingungen bei einer Ministererlaubnis auch die Auswirkungen auf das Gemeinwohl berücksichtigen. Den Antrag auf Ministererlaubnis hatten Edeka und Tengelmann bereits im April gestellt.

Edeka und Tengelmann arbeiten seit etwa anderthalb Jahren an dem Vorhaben. Die Tengelmann-Gruppe will sich von ihrer traditionsreichen Supermarktkette trennen, da sie seit 15 Jahren Verluste macht. Kaiser's Tengelmann betreibt rund 450 Filialen und beschäftigt rund 16.000 Menschen.

Katharina Dröge, die wettbewerbspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kritisiert Bundeswirtschaftsminister Gabriel für seine Entscheidung scharf: „Die Fusion macht die Marktmacht von Edeka noch größer“, sagte Dröge dem Handelsblatt. „Das schadet dem Wettbewerb. Die Leidtragenden sind Bauern und Hersteller, deren Margen immer weiter sinken, während Verbraucher weniger Auswahlmöglichkeiten haben.“

Gabriel habe die Öffentlichkeit und auch die Mitarbeiter von Tengelmann unverantwortlich lang warten lassen, sagte Dröge. „Die Entscheidung kommt spät und enttäuscht. Damit setzt sich Gabriel über alle Experten und jeden Sachverstand hinweg und demontiert Bundeskartellamt und Monopolkommission.“

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DIW und Konkurrenz warnen vor Fusion

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  • Und so verantwortet jetzt also die SPD die nun zwangsläufig kommenden Entlassungen von Mitarbeitern bei Edeka und Tengelmann? Das ist ja eine ganz neue SPD. Gabriel mutiert zum CDUler, Merkel ist Grüne.....Der Wähler reibt sich verwundert die Augen.

  • Mir egal, die junge First Lady und ich lassen uns eh immer alles liefern. Für traditionelle Einkäufe im Supermarkt haben wir weder Zeit noch Lust.

    Wenn ich einen Supermarkt führen würde, würde ich ein ähnliches Konzept wie in der Restaurantkette " Hooters " aufbauen. Nette junge Damen in leichter Bekleidung. Das zieht immer.

  • das traut sich nicht mal die CDU,
    aber seit Schröder ist das normal für die SPD - klar und nicht legitimierte TTIP Schiedsgerichte werden einfach umbenannt und TTIP am Ende durch Gabriel verabschiedet genau wie die Demokratie übrigens die Sozialdemokratie wurde bereits abgeschafft. Wann merkt es der Wähler? Warum nimmt die SPD den Wählerauftrag nicht ernst? Bei TTIP könnte man die demokratische Regeln und Entscheidungsmechanismen einführen. Die nicht vorhandene Flüchtlingspolitik könnte man in die Hand nehmen, beispielsweise mit einem deutlichen zeitlich begrenztem Aufenthaltsrecht, Darlehensverträgen für in Anspruch genommen Leistungen und vertraglicher Zustimmung der Flüchtlinge zu einem eigenen Asylverzicht bei Straffälligkeit.

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