Textildiscounter steht zum Verkauf
NKD hat sich mit massiver Expansion übernommen

Der Textildiscounter NKD ist zu schnell gewachsen. Eine Unternehmensberatung führt bereits die Geschäfte, die Eignerfamilie Daun will aussteigen. Die Kette soll verkleinert und am Ende ganz verkauft werden.
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KölnDer Textildiscounter NKD hat den jüngsten Expansionskurs nicht verkraftet und zieht nun die Notbremse. Das Geschäft soll verkleinert und Randaktivitäten geschlossen werden, teilte NKD am Donnerstag mit. Die Eignerfamilie Daun wolle sich aus dem Unternehmen zurückziehen, das nach der Restrukturierung als Ganzes veräußert werden solle. Erste Gespräche mit potenziellen Investoren liefen bereits.

„Die Analyse von NKD hat ergeben, dass die massive Expansion der letzten 18 Monate und eine Reihe anderer Managemententscheidungen die Organisation stark belastet und das Unternehmen vom Kurs abgebracht haben“, erläuterte die Interims-Geschäftsführung der Unternehmensberatung Ziems und Partner.

NKD könne deshalb nicht mehr profitabel wachsen, sei aber im Kern ein gesundes Unternehmen, das mit einer neuen Aufstellung wachsen könne. Was das für die Mitarbeiter bedeuten werde, sei derzeit noch nicht absehbar. Ein möglicher Arbeitsplatzabbau solle aber möglichst sozialverträglich erfolgen.

NKD betreibt nach eigenen Angaben fast 2000 Filialen in Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Polen und der Schweiz und beschäftigt mehr als 8000 Mitarbeiter.

Bekannt wurde NKD vor allem als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg (seit Sommer 2012) und nach der Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker. Im August 2012 hatte NKD zunächst 30 Filialen der insolventen Schlecker-Tochter Ihr Platz übernommen und rund 50 Schlecker-XL-Märkte gekauft. Im September kündigte NKD an, in weitere frühere Schlecker- und Ihr-Platz-Läden einzuziehen. Bundeskartellamt, Gläubigerausschuss sowie Insolvenzverwalter und Ladenvermieter hatten zugestimmt.

NKD kündigte damals an, Bewerbungen früherer Mitarbeiter „besonders wohlwollend“ prüfen zu wollen. Durch die im Januar vergangenen Jahres bekanntgewordene Schlecker-Insolvenz hatten insgesamt 25.000 Beschäftigte ihren Job verloren. Nach Bekanntgabe der NKD-Verkaufspläne müssen nun einige der damals Betroffenen erneut um ihren Arbeitsplatz bangen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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