Thomas Cook-Bericht
Touristen machen Bogen um Ägypten und Griechenland

Ägypten und Griechenland sind bei Touristen nicht sehr beliebt, berichtet Reiseveranstalter Thomas Cook kurz vor der Tourismusmesse ITB. Zudem rät ein CDU-Politiker von Reisen nach Ägypten ab. Die Branche ist verärgert.
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Frankfurt/BerlinDie Krisenstaaten Ägypten und Griechenland stehen bei deutschen Touristen derzeit nicht hoch im Kurs. Der Reiseveranstalter Thomas Cook berichtete am Montag, dass sich die Gäste bei diesen beiden Zielen auffällig zurückhielten, während auf der anderen Seite Tunesien ein echtes Comeback geschafft habe und die Türkei ihr Wachstum ungebrochen fortsetze. „Griechenland hat im vergangenen Jahr von der Situation in Nordafrika profitiert. In diesem Jahr schlagen die Ereignisse in Athen auf das Image des Landes durch“, berichtete Deutschland-Chef Peter Fankhauser laut einer Mitteilung vom Montag.

Für Ägypten kommt es doppelt bitter: Kurz vor der Reisemesse ITB hat CDU-Tourismusexperte Klaus Brähmig ausgerechnet vom Urlaub im diesjährigen Partnerland abgeraten - und so in der Branche für heftigen Unmut gesorgt. Brähmig, Vorsitzender des Tourismus-Ausschusses des Bundestages, hatte auf eine Missachtung von Menschenrechten und Minderheiten in dem Land am Nil verwiesen.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) wies die Äußerungen des CDU-Politikers mit harschen Worten zurück: „Es ist nicht nur schlechter Stil, sondern geradezu unverantwortlich, zum Auftakt der weltgrößten Tourismusmesse ITB Berlin von Reisen nach Ägypten abzuraten“, erklärte DRV-Präsident Jürgen Büchy. Gerade jetzt brauche das Land die Unterstützung aus dem Ausland. Der Tourismus sei einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Ägypten, die Menschen seien auf die Einnahmen angewiesen.

Büchy wies auch darauf hin, dass das Auswärtige Amt Reisen zu den Urlaubsgebieten rund um das Rote Meer und auch Nilkreuzfahrten als unbedenklich einschätze. Die politischen Unruhen hatten Ägypten im vergangenen Jahr deutliche Einbußen im Tourismus beschert. Das Land musste einen Rückgang der Gästezahl von rund 30 Prozent hinnehmen.

Der deutsche Teil des deutsch-britischen Reisekonzerns mit Marken wie Neckermann oder Bucher gibt sich im Vorfeld der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin (7.-11. März) zufrieden mit seiner Geschäftsentwicklung. Man liege dank gestiegener Verkaufspreise beim Umsatz auf dem Niveau des sehr starken Vorjahres, erklärte Fankhauser. Die Buchungszahlen für die Sommersaison seien im Vergleich um ein Prozent zurückgegangen, was aber durch die höheren Preise wieder ausgeglichen worden sei.

Beliebtestes Ziel der Thomas-Cook-Kunden bleibe Spanien vor der Türkei und Deutschland. Tunesien präsentiere sich wieder politisch stabil und könne das Niveau aus dem Sommer 2010 wieder erreichen, wenn sich die Buchungen wie bislang fortsetzten. Die schwächere Entwicklung in Ägypten und Griechenland könne sich im Last-Minute-Geschäft noch relativieren. Ägypten ist Partnerland der ITB in diesem Jahr.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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