Titel des Handelskonzerns legen mehr als drei Prozent zu
Schickedanz-Pool kauft weiter massiv Karstadt-Aktien

Erneut aufkommende Spekulationen über eine Komplettübernahme von Karstadt-Quelle durch den Mehrheitseigner Schickedanz haben am Mittwoch den Aktien des angeschlagenen Handelsriesen kräftig Auftrieb gegeben.

HB DÜSSELDORF. Die Titel notierten am Vormittag mit einem Plus von 3,60 Prozent bei 10,06 Euro. Madeleine Schickedanz hat ihren Anteil am Essener Handelskonzern weiter aufgestockt. Der Aktienpool um die Quelle-Erbin habe zwischen dem 27. Mai und 8. Juni insgesamt 1,194 Mill. Aktien zu Preisen zwischen 8,79 und 9,018 € je Anteil gekauft, teilte der Konzern am Mittwoch in einer Pflichtmitteilungen mit. Die Familie Schickedanz zahlte für die Aktien insgesamt rund 10,6 Mill. €.

„Schickedanz kauft weiter und da wird spekuliert, ob Karstadt von Schickedanz komplett übernommen wird“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Ein Konzernsprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Ein Vertreter des Pools, der Anwalt Hans-Jürgen Prohaska, sagte, die Aktienkäufe zeigten, dass die Schickedanz-Familie das Restrukturierungskonzept des Managements unterstütze. Zu den Übernahmegerüchten wollte er erneut keinen Kommentar abgeben.

Der Konzern hatte bereits Ende Mai mitgeteilt, der Aktienpool um die Großaktionärin Madeleine Schickedanz halte mit 50,0015 Prozent die Aktienmehrheit an dem Unternehmen.

Gemeinsam mit ihren Familienmitgliedern soll die Quelle-Erbin weit mehr als 750 Millionen Euro als Kredit aufgenommen haben, um sie in den angeschlagenen Konzern zu stecken, berichten mehrere Firmeninsider. Ein erheblicher Teil des Geldes komme von Sal. Oppenheim. Für Karstadt hat das Kölner Bankhaus mit dem Troisdorfer Baulöwen Josef Esch fünf Immobilien errichtet und an den Warenhauskonzern vermietet. Pikant: Als Privatpersonen sind sowohl Thomas Middelhoff wie auch Madeleine Schickedanz an möglichst hohen Mietzahlungen interessiert. Middelhoff besitzt Anteile der geschlossenen Fonds, die in die Bauprojekte investiert haben. Madeleine Schickedanz ist mit 1,7 Millionen Euro Mitgesellschafterin der Oppenheim-Esch-Managementgesellschaft mbH.

Analysten wie Jürgen Elfers von der Commerzbank haben bereits nach den ersten Zukäufen im vergangenen Montat Mai erwartet, dass die Quelle-Erben ihren Anteil von damals knapp 48 Prozent auf 75 Prozent aufstocken werden, um damit massive Unternehmensverkäufe durchsetzen zu können.

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