Transfergesellschaft
Länder wollen für Schlecker bürgen

Bund und Länder haben sich auf die Schaffung einer Auffanggesellschaft für die von Kündigung bedrohten Schlecker-Mitarbeiter ohne Bundesmittel geeinigt. Damit ist die Kuh aber noch nicht vom Eis.
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BerlinDer Bund muss nicht für den 70-Millionen-Euro-Kredit haften, mit dem die Auffanggesellschaft für die von Kündigung bedrohten Schlecker-Mitarbeiter finanziert wird. Darauf einigten sich Vertreter von Bund und Ländern am Montag. Die bundeseigene Förderbank KfW stellt jedoch den Kredit zur Verfügung.

Ein Finanzierungsplan solle am Donnerstag präsentiert werden, sagte der baden-württembergische Ministerialdirektor Daniel Rousta nach dem Arbeitstreffen in Berlin. Auf einen Verteilungsschlüssel konnte sich die Runde jedoch noch nicht einigen, bevor sie sich vertagte. Zunächst soll ein Wirtschaftsprüfer das Konzept des Insolvenzverwalters unter die Lupe nehmen. „Die Länder haben sich darauf verständigt, dass sie weiter an einer konstruktiven Lösung arbeiten“, sagte Rousta.

„Die Kuh ist noch nicht vom Eis“, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Finanz- und Wirtschaftsministeriums. „Wir waren uns einig, dass die Situation eine solidarische Aktion aller Länder fordert“, hob Rousta hervor. Das sei zunächst „erklärungsbedürftig“ gewesen. „Es herrschte darüber bei den einen mehr, den anderen weniger Begeisterung.“ Am Ende habe sich aber kein Land mehr gegen die gemeinsame Aktion ausgesprochen.

Nach den Plänen soll die KfW-Bank kurzfristig einen Kredit in Höhe von gut 70 Millionen Euro für eine Transfergesellschaft bereitstellen. In der Auffanggesellschaft sollen Tausende vor der Entlassung stehende Mitarbeiterinnen der insolventen Drogeriemarktkette weiter beschäftigt und fit für neue Jobs gemacht werden. Betroffen sind nach neuesten Zahlen im März 9.500 Beschäftigte. Weiteren 1.700 Angestellten steht der Jobverlust im April durch Schließung der Lager bevor.

Die Bundesregierung hatte zuvor den KfW-Kredit zwar begrüßt und technische Hilfe angeboten, finanzielle Haftung aber ausgeschlossen.

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  • Auffanggesellschaften sind reine Augenwischerei, ein Schmarrn. Die Betroffenen erhalten zwar ein Jahr lang länger Geld müssen i.d.R. dann aber doch zum Arbeitsamt. Qualifizierungsmaßnahmen? Da muss ich lachen.
    Wer zahlt denn eigentlich den KfW-Kredit wieder zurück? Wer an der Transfergesellschaft wirklich verdient, sind jedenfalls die professionellen Betreiber und Organisatoren dieses Feigenblattes.
    Ergo: Sofort zum Arbeitsamt und basta. Dort kennt man sich mit Arbeitsvermittlung am besten aus.

  • Transfergesellschaft: feiner kann man Euphemismen nicht nennen:
    Und alle wissen das.

    Wer sich daran beteiligt wird mit dem Straftatbestand der Beihilfe rechnen müssen.

  • eine juristisch piekfein durchgeschädelte veficknummer die sich das board des schlecker konzerns hat einfallen lassen.

    12.000 Menschen indes um ihre Lebensperspektiven zu bringen: ekelerregend!

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