TV-Bericht
Lidl soll Rattengift in Filialen einsetzen

Schwere Vorwürfe gegen den Lebensmittel-Discounter: Lidl soll Rattengift in Filialen auslegen. Mitarbeiter sollen zwar gewarnt, die Kunden aber nicht informiert worden sein. Lidl will die ARD-Recherchen überprüfen.
  • 12

BerlinDer Lebensmittel-Discounter Lidl lässt nach Recherchen des ARD-Magazins „Kontraste“ Rattengift in den Verkaufsräumen einiger Filialen auslegen, ohne Kunden über Gesundheitsrisiken zu informieren. Konzernbeschäftigte hätten solche Fälle aus Niedersachsen, Bayern und Berlin gemeldet, teilte die Redaktion am Mittwoch mit.

In einem Berliner Lidl-Supermarkt genommene Proben seien von einem akkreditierten Prüflabor positiv auf „signifikant toxische Wirkung“ getestet worden. Die Substanzen sind nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen giftig. Lidl habe auf Anfrage erklärt, die Hinweise sehr ernst zu nehmen und sich nun mit „relevanten Betriebsprozesse auf allen Ebenen“ auseinandersetzen zu wollen.

Das Magazin beruft sich auf Mitarbeiter der Lebensmittelkette, die nach eigenen Angaben angewiesen wurden, nur mit Handschuhen zu arbeiten und das Pulver keinesfalls einzuatmen. Einer der Angestellten schilderte laut „Kontraste“, manche Filialen hätten „rosa Rattengift“ eingesetzt, das für den Menschen nicht besonders gefährlich sei. Vor den ebenfalls verteilten blauen Schädlingsbekämpfungsmitteln seien sie aber gewarnt worden, da diese bei Berührung oder Einatmen „hochgradige Verätzungen“ und sogar „Herzstillstand“ auslösen könnten. Warnhinweise der Filialleitung für Kunden habe es nicht gegeben.

Obwohl Lidl einen Ratten-Befall beim örtlichen Gesundheitsamt hätte anzeigen müssen, habe dieses nach eigenen Angaben keine Meldung erhalten, heißt es in dem Bericht weiter. Nach Einschätzung der leitenden Gesundheitsaufseherin des Berliner Stadtbezirkes Tempelhof-Schönberg, Beate Sabally, könne Rattengift für Kinder lebensbedrohlich sein. „Wenn das Kind Giftstoffe aufnimmt, verdünnt sich das Blut und das Kind kann verbluten“, sagte sie dem ARD-Magazin. „Deshalb dürfen nur anerkannte Schädlingsbekämpfer Rattengift auslegen.“

Auf Anfrage äußerte Lidl in einer schriftlichen Stellungnahme, die Hinweise von „Kontraste“ würden sehr ernst genommen. Man werde sich intensiv mit den „relevanten Betriebsprozessen auf allen Ebenen auseinandersetzen“. Weitere Informationen dazu im ARD-Magazin "Kontraste" am Donnerstag, 13.06.2013, um 21.45 Uhr im Ersten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " TV-Bericht: Lidl soll Rattengift in Filialen einsetzen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Ratten fallen nicht auf der Stelle tot um. Sie verteilen das Zeug im Lager!

  • "Die Enthüllungs-Apokalyptiker von ARD und ZDF finden immer irgendwas, was ein Aufreger für Gutmenschen und Wohlstandsquerulanten ist."
    Ja solche Nachrichten schaden der Gewinngier der Konzerne. Profite um jeden Preis. und ausgerechnet da spucken die ÖR in die Suppe.
    Ein ganz wesentlicher Grund für die derzeitige Kampagne gegen die ÖR!! Die Privaten machen sowas nicht, man will ja Werbeeinnahmen.

  • Lidl hat auch schon Mitarbeiter ausgespäht vor vielen Jahren. Nun tun sie es offenbar über Ratten...oder aber, das Rattengift dient dazu im Auftrag der ELITE, die kleinen Billigkäufer sukkzessive auszuräuchern, unlästig zu machen.. Wir befinden uns im Endstadium des langen Vernichtungsplanes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%