Übernahme durch Lufthansa möglich
Swiss-Verwaltungsrat entscheidet über Zukunft

Der Verwaltungsrat der schweizer Fluggesellschaft Swiss hat mit der Weichenstellung für die Zukunft des Konzerns begonnen.

HB GENF/ZÜRICH. Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss gibt am Dienstag die wichtigsten Entscheide der Verwaltungsratssitzung bekannt. Verwaltungsratspräsident Peter Bouw und CEO Andre Dose wollen am Dienstag um 10.00 Uhr auf dem Flughafen Zürich die Presse informieren, wie Swiss am Montag weiter mitteilte.

Die finanziell angeschlagene Gesellschaft, die vor gut einem Jahr aus dem zusammengebrochenen Nationalsymbol Swissair und der Regionalfluggesellschaft Crossair hervorging, dürfte vor allem über die Weichenstellung für einen zukünftigen Partner informieren. Dabei steht gemäss Experten ein Beitritt zur Allianz Oneworld unter Führung von Britisch Airways und American Airlines oder eine enge Kooperation mit der Deutschen Lufthansa im Vordergrund. Lufthansa führt das Bündnis Star Alliance an. Die Swiss unter der Führung von Konzernleiter Dose hat Berichten zufolge mit beiden Seiten bis zuletzt intensiv verhandelt.

Weder BA noch Lufthansa haben bisher erkennen lassen, welche Konditionen sie Swiss zugesagt haben. Laut einem Bericht der „NZZ am Sonntag“ soll Lufthansa den Swiss-Aktionären aber eigene Aktien angeboten haben, wenn diese noch einmal neues Geld einschiessen. Grösste Swiss-Aktionäre sind der Bund mit 20,4 %, die UBS mit 10,4 %, der Kanton Zürich mit 10,2 % und die Credit Suisse Group mit zehn Prozent des Aktienkapitals.

Auf mittlere Frist geht es in den Augen vieler Schweizer um die Frage, ob die Schweiz weiterhin eine eigene Airline haben muss sowie um die Zahl der Direkt-Langstreckenflüge von und nach Zürich, die auch für den Tourismus eine grosse Rolle spielen.

Träte Swiss Oneworld bei, so würden sich nach Ansicht von Experten weniger Überlappungen bei den Flugstrecken ergeben als bei einem Zusammengehen mit Lufthansa. Dagegen dürfte Lufthansa auf der finanziellen Seite mehr zu bieten haben. Swiss droht die Liquidität zu versiegen.

Denkbar ist nun, dass Lufthansa und auch BA ihre Angebot kurzfristig noch einmal nachgebesserert haben. Die sich abzeichnende Allianz zwischen Air France und KLM hat möglicherweise bei beiden potentiellen Partnern neues Nachdenken ausgelöst und Swiss in eine bessere Verhandlungsposition gebracht.

So oder so wird Swiss Beobachtern zufolge nicht um einen weiteren einschneidenden Restrukturierungsschritt herumkommen. Derzeit ist Swiss dabei, Flotte und Personal um etwa ein Drittel zu verkleinern. Eine vergleichbare Redimensionierung könnte noch einmal nötig werden - sowohl mit British Airways als auch mit der Lufthansa. Swiss liess am Montag ihre Aktie bis Dienstag, 14.00 Uhr, vom Börsenhandel suspendieren.

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