Übernahme
Schweizer Post expandiert in Deutschland

Die Schweizer Post treibt ihre Auslandstrategie voran. Sie übernimmt deutsche GHP-Gruppe, die in postnahen Bereichen wie Direktmarketing und Kundenmanagement tätig ist.

BERN/ZÜRICH. Dies teilte die Schweizer Post am Dienstag mit. Damit will sie Rückgänge im Kerngeschäft Briefe und Pakete auffangen. Die GHP-Gruppe erzielte nach eigenen Angaben letztes Jahr mit Mailings, Kartenproduktion und Dienstleistungen zur Kundenbetreuung einen konsolidierten Umsatz von rund 260 Mill. Euro.

Vorerst übernimmt die Post gut zwei Drittel der GHP-Anteile sowie eine Option per Ende 2008 für die übrigen Anteile. Zum Kaufpreis wurden keine konkreten Angaben gemacht. Es gehe um einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe, hieß es. Schätzungen von Analysten, wonach 11 Prozent bis 15 Prozent des Umsatzes oder 30 Mill. bis 40 Mill. Euro bezahlt würden, wurden nicht kommentiert. Der Preis hängt nach Angaben von Post-Finanzchef Hans-Peter Strodel von den GHP- Ergebnissen 2007 und 2008 ab und kann problemlos aus eigenen Mitteln beglichen werden.

Die am frühen Dienstagmorgen besiegelte Übernahme von GHP, die von den Wettbewerbsbehörden noch abgesegnet werden muss, ist für die Post ein weiterer Schritt, um mit postnahen Dienstleistungen im benachbarten Ausland die Mengenrückgänge im inländischen Brief- und Paketgeschäft aufzufangen, sagte Strodel.

Die im bayerischen Bamberg ansässige GHP soll nach der Übernahme durch die Schweizer Post unter angestammtem Namen, mit bisherigem Management und 2 800 Beschäftigten weitergeführt werden. Sie ist in Deutschland sowie in Tschechien, Ungarn, Frankreich, Russland, Vietnam und Israel tätig. GHP wird nicht in den Post-Konzern eingegliedert, sondern strategisch Strodels Bereich Finanzen zugeordnet.

Laut Frank Marthaler, dem designierten Delegierten eines neuen sechsköpfigen GHP-Gesellschafter-Ausschusses, ergänzen sich Post und GHP ideal. Interessant seien der Briefmarkt Deutschland mit einem Volumen von elf Mrd. Euro und der wachsende Direktmarketing-Markt Osteuropas.

Hoffnungen setzt man auch auf die elektronische Gesundheitskarte sowie das Geschäft mit Kundenbindungskarten. Laut GHP-Geschäftsführer Reinhard Holekamp produziert und verarbeitet die Firma ab 2007 die BahnCard der Deutschen Bahn AG. In der Schweiz übernimmt dieses die Post für die General- und Halbtaxabonnements der schweizerischen Nationalbahn SBB.

GHP hatte laut Holekamp letztes Jahr nach rasantem akquisitorischem Wachstum einen Ergebniseinbruch erlitten und eine Restrukturierung eingeleitet. Nun werden wieder positive Ergebnisse erwartet

.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%