Übernahmeofferte
Abwickler GZS wird verkauft

Der Verkauf des Zahlungsabwicklers Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) an den US-Wettbewerbers First Data steht kurz bevor. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen kommen am Mittwoch die GZS-Gesellschafter zusammen, um die Details einer Übernahmevereinbarung mit dem in Denver ansässigen Weltmarktführers zu besprechen. Sollten keine unerwarteten Probleme auftauchen, könne der Verkauf heute oder in den nächsten Tagen beschlossen werden.

FRANKFURT. Damit verabschiedet sich die deutsche Kreditwirtschaft endgültig von der Idee eines gemeinsamen, neutralen Abwicklers für den bargeldlosen und kartengestützten Zahlungsverkehr für alle heimischen Banken. Nach diesem Konzept hatten die drei Finanzsektoren (private Banken, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Banken) gemeinsam die GZS unterhalten. Der Gemeinschaftsgedanke manifestierte sich auch in der Gesellschafterstruktur. 40 Prozent der GZS gehören den privaten Banken, 40 dem öffentlich-rechtlichen und 20 dem genossenschaftlichen Finanzsektor.

Allerdings erwies sich dieses Konzept als nicht tragfähig. Zum einen war es teuer, denn der langjährige Monopolist GZS berechnete seinen Eignern für die Abwicklung Preise nach eigenem Ermessen und überwies Überschüsse am Jahresende an die Gesellschafter zurück. Die Gesellschaft wurde als träge kritisiert, auch dann noch, als Wettbewerber auf den Markt drängten. Der dritte und letztlich ausschlaggebende Schwachpunkt ist der Interessenskonflikt der Eigner, die zunehmend zögerten, neue Produkte auf der GZS-Plattform einzuführen. Denn dort können sie den Wettbewerbern in der Praxis nicht vorenthalten werden.

In den 90er-Jahren brachen Teile des Sparkassensektors aus dem System aus. Der bayerische Sparkassenverband gründete die Bayern Card, der saarländische und niedersächsische Verband die Plus Card. Privatbanken ließen sich von ausländischen Anbietern wie First Data abwerben. Heute sind alle Großbanken mit Ausnahme der Deutschen Bank Kunden der Wettbewerber. Finanziell problematisch war, dass Investition in eine IT-Plattform unerwartet hoch ausfielen.

Unglücklich verlief auch die Übernahme der Easycash von der Deutschen Bank. Damit sollte der Einstieg des US-Wettbewerbers First Data auf dem deutschen Markt verhindert werden. GZS ließ sich nach Angaben von Branchenbeobachtern auf einen überhöhten Kaufpreis ein, zudem traten nach dem Kauf Unregelmäßigkeiten bei einem Händler zutage, die Millionen kosteten und wogegen sich die GZS nicht abgesichert hatte.

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