Umfrage
Einzelhändler sind zuversichtlich

Nach dem Umsatzrückgang im vergangenen Jahr sind die deutschen Einzelhandelsunternehmen zuversichtlicher ins Jahr 2008 gestartet. Eine Umfrage in den Geschäften habe eine positivere Stimmung als im Vorjahr erbracht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth.

HB DÜSSELDORF. Eine gute Entwicklung am Arbeitsmarkt und steigende Löhne könnten den Konsum stimulieren. Daher gehe der HDE für 2008 weiter von einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent aus.

2007 war der Aufschwung am Einzelhandel vorbeigegangen, weil die Kaufkraft unter steigenden Preisen etwa für Energie und Lebensmittel litt. Der Umsatz sank um 1,1 Prozent. „Ein fortgesetzter, deutlicher Anstieg der Preise könnte die Belebung des Konsums empfindlich stören“, sagte Genth am Donnerstag in Düsseldorf. Aber der HDE erwarte, dass der Preisanstieg im Jahresverlauf etwas abflache. Es sei falsch, dem Handel den Schwarzen Peter zuzuschieben. Die Einzelhandelspreise seien 2007 weniger stark gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise.

Der Januar brachte einen Hoffnungsschimmer: Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes schaffte der Einzelhandel mit einem Zuwachs von nominal 2,7 Prozent das stärkste Umsatzplus seit Mai 2006. Diese positive Entwicklung sollte sich im Februar fortgesetzt haben, sagte Genth. Von einer Trendwende wollte er aber noch nicht sprechen. „Spannend wird der März mit dem Ostergeschäft.“ Unter dem Strich werde das erste Quartal aber besser ausfallen als das Vorjahresquartal.

Die Pressekonferenz des HDE wurde begleitet von Protesten der Gewerkschaft Verdi. Seit Monaten ruhen die Tarifgespräche, stattdessen streiken Mitarbeiter. Der Streit dreht sich vor allem um die Zuschläge für die Arbeit am Abend und am Wochenende. Der Arbeitgeberverband will sie jährlich um eine halbe Stunde nach hinten verschieben. Nach der Lockerung des Ladenschlussgesetzes hatten viele Händler die Öffnungszeiten ausgeweitet.

„Wir sind jederzeit zu Verhandlungen und zu einem Neuabschluss eines Tarifvertrages bereit - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass dies auch die notwendige Neuregelung der Zuschlagsregelung mit einschließt“, sagte Genth. „Es kann keine Rückkehr zu früheren Öffnungszeiten geben.“

Das erste Angebot der Arbeitgeber sieht eine Tariferhöhung von 1,7 Prozent vor. Mit Einführung einer neuen Entgeltstruktur sollen während der Laufzeit von 24 Monaten weitere 1,5 Prozent hinzukommen. „Wir haben keine großen Verteilungsmöglichkeiten“, sagte Genth.

Verdi kritisiert, den Kollegen fehlten dann monatlich 180 Euro in der Tasche, weil die Preissteigerung deutlich höher sei. Hinzu kämen geringere Zuschläge. Verdi sieht in dem Angebot keine Grundlage für Gespräche, sehr wohl aber in einem Angebot von Rewe, das die Handelsgruppe ihren Beschäftigten als Übergangslösung angeboten hat. Genth sagte, der HDE habe es seinen Mitgliedsunternehmen freigestellt, in der Zwischenzeit vorläufige Zahlungen an die Mitarbeiter zu leisten.

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