Umsatz soll 2006 zuliegen
Handwerk findet Steuerpläne kontraproduktiv

Das deutsche Handwerk gibt im Kampf gegen eine Mehrwertsteuererhöhung nicht auf und hofft zumindest auf eine geringere Anhebung als bisher geplant.

HB BERLIN. Das Handwerk sei besonders von der Erhöhung von 16 auf 19 Prozent vom Jahr 2007 an betroffen. „Wir werden daher weiter gegen eine Mehrwertsteuererhöhung in dieser Größenordnung kämpfen“, sagte der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, am Dienstag in Berlin.

Vom „Wachstumspaket“ der Bundesregierung erhoffe sich das Handwerk weiter einen Auftrags- und Beschäftigungsschub. Kentzler bekräftigte, dass bei Umsetzung der Konjunkturimpulse im Handwerk mindestens 60 000 Arbeitsplätze entstehen beziehungsweise gesichert werden und der Umsatz 2006 um ein Prozent zulege. „Wir gehen daher für 2006 von einer Halbierung der Mitarbeiterverluste auf bis 80 000 aus.“ Ein Beschäftigungszuwachs werde es noch nicht geben. Die fast 900 000 Handwerksbetriebe beschäftigten knapp fünf Millionen Menschen. Die in der Politik diskutierten Kombilöhne lehnt der ZDH weiter ab.

Kentzler kritisierte, dass Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) für die 2008 angestrebte Unternehmensteuerreform eine echte Entlastung ausgeschlossen habe. Zumal vom kommenden Jahr an auch mehrere Steuergesetze für erhebliche zusätzliche Belastungen der Betriebe sorgten und Konsumenten weitere Kaufkraft entzögen. „Der Bundesfinanzminister rechnet auf diesem Weg mit Steuermehreinnahmen von 48 Milliarden Euro ­ ein gigantisches Volumen, das dem Markt entzogen wird“, sagte Kentzler. Einige Maßnahmen des Steuervergünstigungsabbaugesetzes („Koch/Steinbrück-Liste“) stünden in „absolutem Widerspruch“ zu den Zielen des Wachstumspakets.

In der EU-Debatte um verminderte Mehrwertsteuersätze forderte der ZDH, dass sich Steinbrück zumindest die Option zur Einführung einer solchen Regelung für arbeitsintensive Dienstleistungen offen halte und nicht kategorisch ablehne. ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer verwies darauf, dass sich der reduzierte Satz entsprechend der EU-Richtlinien dann bei sieben Prozent einpendeln würde.

Steinbrück hatte jüngst deutlich gemacht, dass er eine Ausweitung der Ausnahmen auf weitere Dienstleistungen und Güter in der Europäischen Union verhindern wolle. Es dürfe nicht darauf hinauslaufen, dass dauerhaft verschiedene Mehrwertsteuersätze für verschiedene Güter und Dienstleistungen gälten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%